Episode 22: BusinessShift - Kreislaufwirtschaft beginnt vor dem Recycling - im Talk mit Christian Beckmann von Saertex

Shownotes

Was passiert mit Hochleistungswerkstoffen, wenn sie ausgedient haben – mit Windkraftflügeln, Flugzeugbauteilen oder Verbundmaterialien aus dem Automobilbau? Und wie gelingt es, Materialien so zu entwickeln, dass sie nicht am Ende der Wertschöpfungskette landen, sondern wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können?

In dieser Folge von BusinessShift – Kreislaufwirtschaft in der Komposite-Industrie geht es um recyclingfähige Hochleistungswerkstoffe, zirkuläres Produktdesign und die Frage, wie Nachhaltigkeit vom regulatorischen Thema zum echten Wettbewerbsvorteil wird.

Unser Gast: Christian Beckmann, CEO von SAERTEX.

🔍* Themen der Folge:*

  • Warum Kreislaufwirtschaft bei Materialauswahl und Produktdesign beginnt
  • Welche Herausforderungen das Recycling von Composite-Materialien mit sich bringt
  • Wie mechanische, thermische und chemische Recyclingverfahren neue Kreisläufe ermöglichen
  • Was hinter der Initiative Planet Composite steckt und warum dafür ein offenes Partnernetzwerk entscheidend ist
  • Wie Circular Skills und TÜV Rheinland SAERTEX auf dem Weg zu prüfbaren und zertifizierbaren Produkten unterstützen
  • Wie der Circular Scan Unternehmen hilft, den Status quo ihrer Produkte zu bestimmen und konkrete Handlungsfelder zu erkennen
  • Warum Nachweisbarkeit und unabhängige Verifikation für Nachhaltigkeitsaussagen immer wichtiger werden
  • Wie Kreislauffähigkeit zu einem Faktor für Kunden, Ausschreibungen, Finanzierung und Wettbewerbsfähigkeit wird

Diese Episode zeigt: Kreislaufwirtschaft beginnt nicht beim Recycling. Wer Materialien, Produktdesign und Rückführung von Anfang an zusammendenkt und Nachhaltigkeit nachweisbar macht, schafft die Grundlage für zukunftsfähige Produkte – und neue Geschäftschancen.

📌 Kapitelübersicht

00:02:01 Nachhaltigkeit in der Komposite-Industrie 00:05:00 Die grössten Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft 00:08:54 Kreislaufwirtschaft beginnt vor dem Recycling 00:13:18 Planet Composite: Gemeinsam eine Branche verändern 00:19:39 Nachhaltigkeit muss auch wirtschaftlich funktionieren 00:29:10 Der Circular Scan: Wo steht mein Produkt wirklich? 00:36:00 Wenn Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil wird

Das Gespräch vertieft im weiteren Verlauf weitere Aspekte rund um Lieferketten, Regulierung, Verifikation und die Zukunft zirkulärer Geschäftsmodelle, die hier aus Platzgründen nicht gesondert aufgeführt sind.

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Transkript anzeigen

00:00:04: Der Podcast für Entscheider und Führungskräfte, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit nachhaltig beschäftigen wollen.

00:00:17: Herzlich willkommen bei BusinessShift – dem Nachhaltigkeits-Podcast von TÜV Rheinland, People & Business Assurance!

00:00:23: Ich bin Max Birkenmeier und heute geht es um Composites.

00:00:27: Das sind Hochleistungswerkstoffe aus Fasern und Harzen leichter als Aluminium, belastbarer als Stahl und verbaut in Windkraftrotoren, Flugzeugflügeln und Elektroautos.

00:00:38: Eine Branche für die Kreislaufwirtschaft lange keine realistische Option war.

00:00:44: Und genau das soll sich jetzt ändern.

00:00:46: Mein Gast ist heute Christian Beckmann CEO von Saertex einem der weltweit führenden Hersteller technischer Faserverbundmaterialien. Mit Produkten in über dreihundert Anwendungen, von der Rakete bis zum Schweizer Ski, von der Yachthülle bis zur Kanalrohrinnensanierung.

00:01:06: Fünfzehn Werke rund eineinthausend fünfhundert Mitarbeiter und ein Anspruch, der über die Branche hinausgeht.

00:01:13: Zirkularität nicht als Pflichtübung sondern als Geschäftsmodell.

00:01:18: Herzlich Willkommen Christian!

00:01:20: Schön dass du da bist.

00:01:21: Vielen Dank Max!

00:01:22: Vielen Dank für die Begrüßung und die sehr gute Einführungen zum Thema Composites.

00:01:26: An meiner Seite Dr.

00:01:28: Bahar Cat-Krause, promovierte Biologin mit einer Karriere durch REACH-Beratung im Chemiesektor, Ökobilanzierung, Greenhouse Gas Accounting und Lieferkettenmanagement.

00:01:40: Unter anderem bei GS One Germany – und mit ihrer eigenen Beratung Back to Planet!

00:01:46: Heute ist sie Global Head of Sustainability bei TÜV Rheinland People & Business Assurance und Co-Moderatorin von BusinessShift.

00:01:57: Ich freue mich schon auf unsere Folge, das wird richtig gut.

00:02:00: Christian!

00:02:01: Saertex beliefert die Luft- und Raumfahrt, die Windenergie, den Automobilbau also Branchen sie selbst unter enormen Nachhaltigkeitsdruck stehen ja?

00:02:10: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit denn für Saertex und warum rückt das Thema gerade jetzt so stark in den Vordergrund?

00:02:18: Max vielen dank für die Frage.

00:02:19: Das ist tatsächlich ein Thema was immer mehr in den Vordergrund rückt und dass schon über die letzten dreiundvierzig Jahre denn Saertex hat neunzehnhundertzweiundachzig schon gestartet als Unternehmen und hatte immer das Thema Nachhaltigkeit aber auch Zukunft der Produkte und unserer nächsten Generationen im Blick seiner Geschäftstätigkeit.

00:02:36: und gerade das Thema was du jetzt ansprichst Nachhaltigkeit in der Kompositindustrie gewinnt immer mehr an Bedeutung weil Kompositmaterialien heute in weit aus mehr als der drei Branchen die du gerade genannt hast eingesetzt werden.

00:02:49: Kompositmaterialien findet man heute allein bei uns in über dreihundert Anwendungen wieder, wo unsere Materialien verwendet werden.

00:02:56: Das ist von Tiefseeanwendungen für die Erdöl- und Gasförderung über U-Boote bis hin zum Weltraumeinsatz beispielsweise für Raketen.

00:03:05: Hauptfelder sind natürlich ganz andere Themen wie zum Beispiel die Sportindustrie, wer beispielsweise das Ski oder Snowboard fährt findet Kompositmaterialien darin wieder.

00:03:13: Wer beispielsweise einen Sportwagen fährt findet sehr häufig Kompositmaterialien daran wieder einfach überall dort wo hohe Performance mit geringem Gewicht verbunden wird und sehr hohe Belastbarkeit um Flexibilität gefordert ist.

00:03:26: Nachhaltigkeit ist für uns ein Thema was unser Gründer Bruno Lammers und auch der zweite Gründer Karl-Heinz Wagner damals schon im Blut hatten.

00:03:34: Denn genau dadurch ist Saertex eigentlich entstanden, aus textilen Materialien viel mehr heraus zu holen als damals zu dem Zeitpunkt neunzehnhundertzweiundachtzig noch möglich war.

00:03:45: Wenn man heute das Thema betrachtet – ich bin sehr viel gereist in meinem Leben. Ich war in manchen Jahren früher in anderen Tätigkeiten mehr als achtzig Prozent meiner Zeit in der Welt unterwegs, kann man heute fast sagen und habe vieles gesehen.

00:03:58: Und wenn wir heute zum Beispiel in normalen textilen Bereichen die jeder von uns kennt Kleidung beispielsweise über Fast Fashion nachdenkt, dann sieht man riesige Müllberge in Afrika.

00:04:08: In Ghana ist es ein Riesenproblem.

00:04:10: Man findet überall Fast Fashion!

00:04:12: Jetzt sind wir zum Glück nicht im normalen textilen Bereich sondern im technischen textilen Bereich.

00:04:17: Aber auch für uns gewinnt das Thema Recycling, Ressourceneinsatz und damit Materialwiederverwendung deutlich an Bedeutung.

00:04:26: Und damit man das erreichen kann reicht nicht Zirkularität, sondern sehr viel darum herum den man betrachten muss nämlich Gesundheit der Produkte.

00:04:35: Und das sind all diese Themen, die da mit uns einhergehen, die wir schon immer betrachten und wo wir auch schon einige Dinge in der Vergangenheit erzielt haben.

00:04:43: Mehr dazu vielleicht gleich.

00:04:45: Super interessant Christian!

00:04:46: Vielen vielen Dank.

00:04:48: Du hast ja gerade auch das Thema schon mal Zirkularität also die Kreislaufwirtschaft nochmal explizit auch angesprochen für euch besonders relevant.

00:04:56: Wo liegen denn hier für euch die größten Herausforderungen?

00:05:00: Die größten Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft sind für uns tatsächlich, wo werden diese Materialien in Zukunft wieder eingesetzt?

00:05:06: Das heißt wenn ein Material von uns verarbeitet wird, mit einem Harz versehen wird, vielleicht noch einen Gel-Coating oder einer Farbbeschichtung in einer Industrie.

00:05:14: Wie bekommt man diese Produkte wieder aufgesplittet?

00:05:17: Wie bekommt man die wiederverwendet oder welche Einsatzzwecke gibt es entsprechend für das Rezyklat was ich aus dem gesamten Prozess gewinne?

00:05:26: Prozesse gibt es jetzt unterschiedliche, wie das durchgeführt wird.

00:05:29: Da gehe ich gleich gerne noch mal näher darauf ein, wie man überhaupt dieses ganze Thema erreichen kann.

00:05:34: Das heißt, wie schaffe ich überhaupt einen Recycling bei Produkten?

00:05:37: Doch dafür sind Grundvoraussetzungen erforderlich und die haben wir bei uns sehr stark diskutiert auch mit Kunden diskutiert und mit externen Partnern natürlich diskutiert.

00:05:45: Denn dieses Wissen, das haben wir nicht selber – nicht in dem Maße selber, wie mans braucht um erfolgreich dort zu sein!

00:05:52: Christian, du hast es gerade schon angesprochen.

00:05:55: Welche Möglichkeiten oder Optionen es vielleicht heute schon gibt zum Thema Rezyklierbarkeit von Kompositen?

00:06:02: Aber jetzt mal unter uns!

00:06:03: Wo steht denn die Branche eigentlich wirklich heute?

00:06:06: Nun die Branche investiert sehr viel in dieses Thema.

00:06:08: Das muss man tatsächlich sagen und viele haben auch erkannt, dass es ein Zukunftsthema ist das es die Zukunftsfähigkeit der Branche betrifft.

00:06:16: Und nicht nur der Bransche sondern es betriffe die Zukunftspfähigkeit unseres Lebens an dieser Stelle denn Komposite Materialien sind aus vielen Anwendungen gar nicht mehr wegzudenken.

00:06:24: Es gibt heute bereits mechanische Verfahren um Komponenten zu trennen, das nutzen wir beispielsweise mit Partnern in unserem Netzwerk bereits.

00:06:32: Es gibt thermische Verfahren aber eben auch chemische Verfahren um dort ein Rezyklat aus den eigentlichen Komponenten zu gewinnen.

00:06:40: Sprechen wir darüber dass es industriell bereits groß entwickelt ist und das Recycling standardmäßig läuft wie bei PET Flaschen oder beispielsweise textilen, einfachen textilen Produkten (in Klammern),

00:06:53: wenn sie dann recycelt werden und nicht auf den Müllbergen in Afrika landen, dann muss ich dazu sagen dass wir noch einen Weg zu gehen haben aber ebenso wie andere Industrien die ebenso noch ein Weg im Recycling zu gehen habe.

00:07:05: Die industrielle Umsetzung bedarf noch stärkerer Investitionen und dem Treiben einer gesamten Branche an der Stelle.

00:07:12: Vielleicht Stichwort Treiber.

00:07:14: Wer treibt denn das Ganze?

00:07:16: Nun, Treiber sind natürlich Unternehmen selbst.

00:07:17: Ihr habt es vorhin schon angesprochen.

00:07:19: Das sind Luftfahrtunternehmen und das sind Automobilunternehmen.

00:07:22: Das ist Regulatorik wenn man über EU-Taxonomie spricht beispielsweise und viele Regulatorik die darunter liegt einfach.

00:07:31: Kurze Begriffe wie PPWR oder ESG, oder MQ-Verordnung und so weiter.

00:07:38: Und so weiter.

00:07:38: täglich Abkürzungen mehr als dreißig die man wahrscheinlich in dem Umfang wöchentlich oder auch monatlich hört.

00:07:44: Aber ehrlich gesagt wer von uns weiß das denn?

00:07:46: Als Geschäftsführer als CEO der aber letztendlich dafür verantwortlich ist und das ist ein Riesenthema warum das auch für mich relevant geworden ist sich damit intensiv zu beschäftigen.

00:07:57: Denn wer sagt mir denn heute dass ich die relevanten Richtlinien und Regularien erfülle?

00:08:02: Als ich vor zweieinhalb Jahren rund im April 2024 bei Saertex angefangen habe und die Frage gestellt habe, erfüllen wir denn für uns die relevanten Normen-, Regularien- und Richtlinien kam ein klares Ja.

00:08:15: Mit einigem Hinterfragen sind wir dazu gekommen dass wir das Thema aber extern mit Begleitung prüfen müssen und dass wir uns weiterhin verbessern müssen, denn die aktuellen Normen und Regularien sind vielleicht nicht das was Zukunftsfähigkeit bedeutet sondern nur der Status quo.

00:08:28: Und die Zukunftsfähigkeit ist das was wir treiben wollen und deswegen beschäftigen wir uns stark damit, was bedeutet MQ auch für uns?

00:08:36: Auch wenn sie vielleicht noch gar nicht relevant ist in dem Moment.

00:08:38: Noch nicht relevant is bis September diesen Jahres!

00:08:41: Auch Recyclingfähigkeit – Wir lassen unsere Produkte gerade schon prüfen.

00:08:45: Das heißt wie kommen Gelege von uns in ein Komposit aber auch wieder zurück in den

00:08:50: Wertstoffkreislauf?

00:08:54: Christian, dein Credo lautet.

00:08:55: Zirkularität fängt bei uns nicht im Recycling an sondern in der Auswahl des ursprünglichen Materials und im Design der Produkte.

00:09:03: Was ändert sich bei euch denn konkret?

00:09:05: In der Produktion, im Vertrieb, in der Kundenbeziehung?

00:09:09: Max du hast die Frage sehr gut gestellt. Und zwar ist es für uns wichtig heute unserem Kunden zu helfen und zu unterstützen genau die richtigen Materialien einzusetzen und genau die richtigen Materialkombinationen zu erreichen.

00:09:26: Wir haben im Prozess bereits unsere Maschinentechnologie angepasst.

00:09:29: Wir haben ein eigenes Engineering-Team, womit wir zum Beispiel Breiten von Maschinen verändern, damit wir möglichst wenig Abfall erzeugen.

00:09:43: Unsere Materialien gegen Reach, aber auch andere Verordnungen geprüft.

00:09:46: Das heißt enthalten unsere Materialien Schadstoffe ja oder nein?

00:09:50: und wir können klar belegen dass sie keine Schadstoffe enthalten.

00:09:53: Wir haben bei den Verarbeitungsverfahren unseren Verfahren so eingestellt das wir mit weniger Material eine höhere Performance unseres Produktes erreichen.

00:10:02: Das heisst in der gesamten Kette haben wir bereits sehr viel investiert über dreiundvierzig / vierundvierzig Jahre seit der Gründung des Unternehmens.

00:10:09: Ob es der Einsatz von PV ist bei uns, ob es die Reduktion von Wasserbedarf ist,

00:10:14: ob es die Reduktion vom Strom ist im Prozess.

00:10:17: All das wird gemacht und wir haben uns dort zertifizieren lassen.

00:10:20: Beispielsweise die ICO-vierzehntausendeins.

00:10:23: Wir haben unseren Corporate Carbon Footprint für Produkte aber auch fürs Unternehmen ermittelt.

00:10:28: In den Produkten sind wir jetzt natürlich noch tiefer drin.

00:10:31: Wir haben ein Gesundheitsprogramm aufgelegt innerhalb des Unternehmens, das heißt, wir haben sehr viel investiert.

00:10:37: Wir sind aber nur einen Schritt in der Prozesskette, denn vor uns liegt die Erzeugung der Glasfaser oder der Carbonfaser und der Basalt-Aramid-Faser oder auch Flachsfasern.

00:10:49: Der Fokus in der Industrie liegt auf Glas- und Carbon natürlich an sehr vielen Teilen. In der Verarbeitung der Faser heißt, wo die Faser bei uns ankommt, zu einem Gelege verarbeitet wird und dann weiter geht es zu unserem Kunden wo sie denn mit Harz versetzt wird.

00:11:02: Und dann in der Folge vielleicht auch, was ich vorhin sagte mit einem Gel Coating oder einer Farbe versehen wird, da liegt der eigentliche Schritt für Zukunftsfähigkeit drin. Denn wenn unsere Produkte schon nachhaltig sind und vielleicht auch zirkulär sind schon an der Stelle, wobei wir ja gerade in dem Prozess sind dass wir es auch zertifiziert bekommen und damit auch sagen können das unsere Produkte eben recyclingfähig sind.

00:11:26: Da sind es unsere Kunden, die dort anpacken müssen.

00:11:28: Natürlich setzen Teile unserer Kunden und der Branche, die du vorhin auch genannt hast schon Rezyklate ein.

00:11:32: Das heißt sie setzen schon rezyklierte Carbonfasern ein.

00:11:36: Aber genau diese Fasern zu gewinnen aus einem Komposite heraus das ist die Herausforderung in unserer Branche.

00:11:42: Das heisst wie führt man beispielsweise einen Boot oder einen Flugzeugflügel oder einen Windkraftflügel zurück

00:11:49: in die Wertschöpfungskette?

00:11:51: Jeder von uns sieht die Windkrafträder auf den Feldern draußen oder er hat ein Boot, oder ähnliches und persönlich bin ich schon wie gesagt viel gereist.

00:11:59: Und wenn man dann beispielsweise im Florida ist und nach Naples fährt und an den Mangroven vorbeikommt und nach dem letzten Wirbelsturm beziehungsweise nach dem letzten großen Sturm sieht man die Boote in den Mangroven liegen Dann kommt nicht der Gedanke verdammt.

00:12:13: Wieso kann das sein, dass die Boote da reingehen?

00:12:15: Sondern Mensch wie kann man diesen Rohstoff wieder zurückführen und nutzen für uns nutzbar machen ohne dass das Boot über Monate oder Jahre in den Bäumen in der Natur liegen bleibt.

00:12:24: Und das sind die Fragestellungen, die wir bei uns im Unternehmen diskutiert haben.

00:12:27: Wie schaffen wir das mit unseren Kunden und nachfolgenden Partnern?

00:12:31: Denn wir werden das nie alleine schaffen sondern wir brauchen Recyclingpartner.

00:12:34: Wie werden wir das schaffen diese wertvollen Rohstoffe wieder zu verwenden?

00:12:38: Ich war schon mal in einer Windradproduktion, in der Flügelproduktion.

00:12:42: Sehr spannend und interessant aber das ist jetzt auch bestimmt fünfzehn Jahre her.

00:12:47: Und ich hab mich damals schon gefragt wie kriegt man das Ding hoch?

00:12:51: Wie kriegt es wieder runter und was passiert eigentlich damit?

00:12:55: Christian, du bist wirklich ein Treiber dieses Themas.

00:12:58: Das hat ja sicher verschiedene Gründe, verschiedene Facetten.

00:13:02: Du bist teilweise auch ... getrieben durch Regulatorik, durch Ansprüche und Bedarfe deiner Kunden.

00:13:08: Aber ich sehe da auch eine Eigenmotivation.

00:13:11: Und das möchte ich echt gerne mal herausstellen weil du bist als CEO natürlich im Unternehmen der beste Treiber.

00:13:18: Und das höre ich raus und wir wissen ja auch, dass du eine Initiative gestartet hast zu dem ganzen Thema Circular Economy nämlich "Planet Composite" und da würden wir jetzt gerne mal drauf eingehen was das ist und erläutere uns doch mal wie bist du eigentlich darauf gekommen?

00:13:33: Was ist das und warum eigentlich das Ganze?

00:13:37: Nun man muss tatsächlich sagen "Planet Composite" hatte eine Idee und zwar einen Vater der Idee die ich ein wenig nicht kopiert habe, sondern die ich für unsere Industrie adaptiert habe.

00:13:49: Für uns als Saertex adaptiert habe und es gibt schon lange in der stahlverarbeitenden Industrie die Initiative Planet Zink.

00:13:56: Tatsächlich hat mich die Herangehensweise begeistert und auch die Personen der Lars Baumgürtel hinterbegeistert, wie er dieses Thema getrieben hat.

00:14:04: Und "Planet Composite" ist die Adaption dieser Initiative wirklich auf unsere Industrie.

00:14:09: Denn wir haben die gleichen Herausforderungen!

00:14:11: Wir haben ein Material was nicht leicht recycelbar ist so wie ihr das auch schon gesagt habt.

00:14:15: Wir haben aber auch viele Menschen – und Max du hattest vorhin gefragt, was verändert sich denn für unsere Vertriebler?

00:14:21: Für Mitarbeiter bei uns in der Entwicklung?

00:14:24: Aber vielleicht auch für die Entwickler beim Kunden.

00:14:26: Und tatsächlich muss man sagen, es ist ein Mind-Change der stattfinden muss.

00:14:30: Denn wir haben ein extrem wertvolles Gut in unserer Hand was wir immer wieder in unsere Hand bekommen müssen.

00:14:37: Und der Mind-Change wenn wir über "Planet Composite" sprechen ist genau das dieser Mind-Change der statt finden muss.

00:14:42: Wir haben innerhalb Planet Composit unsere Strategie definiert und werden die weiter auch fortlaufend definieren.

00:14:50: Wie wird unser Beitrag sein?

00:14:52: Wie werden wir unsere Kunden unterstützen, wie werden wir mit Partnern gemeinsam an diesem Thema arbeiten?

00:14:57: Wir haben aufgearbeitet was wir über dreiundvierzig / vierundvierzig Jahre schon geleistet haben als Saertex auf der einen Seite.

00:15:04: Wir haben aufgearbeitet, was sind denn unsere Blindspots beispielsweise weil wir unter Umständen manche Regularien gar nicht kennen.

00:15:11: Mal offen die Frage wer unserer Kunden kennt sich denn schon intensiv mit der Eco Design Richtlinie aus.

00:15:17: Wer hat sich schon mit der neuen Verpackungsrichtlinie tatsächlich beschäftigt?

00:15:20: Wer versteht schon EMCO, wer hat den Digital Product Pass für sich schon umgesetzt?

00:15:24: Wer hat seine Materialien nach REACH prüfen lassen oder vielleicht auch sogar anderen Zertifizierungen beziehungsweise Nachhaltigkeitsnachweisen?

00:15:32: All das haben wir uns intern gefragt und ein Partner-Netzwerk aufgebaut

00:15:36: was offen ist muss man dazu sagen.

00:15:37: also es heißt wir laden gerne Industriepartner aber auch Marktpartner ein, gemeinsam mit dieses Thema zu treiben.

00:15:44: Wie es eben auch weitere Initiativen im Markt gibt, mit denen wir im Gespräch sind und mit denen wir die Themen vorantreiben.

00:15:50: Für unsere Mitarbeiter für den Vertrieb bei uns bedeutet das, sie müssen sich mit einem ganz neuen Thema beschäftigen.

00:15:57: Und zwar wie wird unser Kunde zukunftsfähiger?

00:16:01: Wettbewerbsfähiger?

00:16:02: Und vor allem wie kann er diese Thematik dann auch wirtschaftlich attraktiv umsetzen?

00:16:06: Das heißt wenn du sagst ist eine offene Initiative, dann heißt das ja auch, dass jeder auch seine Themen mit einbringen kann.

00:16:13: Also es ist jetzt nichts was ihr vorgebt als Saertex sondern etwas was im Gespräch stattfindet, mal am runden Tisch wo Problematiken, Herausforderungen diskutiert werden und dann gemeinschaftlich Lösungen anzubieten.

00:16:26: Uder was ist das Ziel?

00:16:27: Bahar sagst du es richtig für uns ist das Ziel das mit der Initiative "Planet Composite" aber auch den Partnern wie euch beispielsweise vom TÜV aber auch den Unternehmen, den Gründern von Circular Skills im heutigen Standard und vielen Partnern wie Novotec aber auch anderen im Markt einen Weg finden,

00:16:47: das Produkt unserer Branche und dann spreche ich nicht über ein Produkt sondern viele, viele Produkte wenn man allein die dreihundert Anwendungen sieht in die wir liefern recyclingfähig zu machen.

00:16:57: Und ja es ist offen.

00:16:58: Wir laden andere Personen ein ihre Themen mit einzubringen, mit uns zu diskutieren Aber auch teils ohne uns natürlich zu diskutieren mit Circular Skills oder dem TÜV.

00:17:07: Denn vielleicht hat auch jemand Berührungsängste, vielleicht hat jemand Hemmnisse weil er nicht direkt mit Saertex sprechen möchte,

00:17:15: aber warum denn nicht mit dem TÜV oder Circular Skills?

00:17:17: Denn Nachhaltigkeit, Zirkularität und Zukunftsfähigkeit geht jeden von uns was an.

00:17:22: Und dann darf ein Hemmnis nicht im Weg stehen für unsere nächsten Generationen genau dieses zu erreichen.

00:17:30: Also auch einen Change Mindset.

00:17:33: Da würde ich auch gerne noch mal darauf eingehen, weil du das eben auch im eigenen Unternehmenskontext genannt hast.

00:17:38: Ihr habt ein eigenes Experten-Team aufgebaut, ihr habt eigene Labore, ihr hab Schulungsprogramme aufgebaut... Das heißt, dass Thema ist ja ... Ich habe eben gesagt, du bist eigentlich der wichtigste Treiber im Unternehmen?

00:17:50: Gab es einen Zeitpunkt wo das Thema aufgehört hat Chefsache zu sein und ins ganze Unternehmen übergeschwappt ist?

00:17:59: Definitiv!

00:18:00: Und das war die Jack diesen Jahres, das heißt wo wir das Thema "Planet Composite" auch gemeinsam mit dem Standard mit Circular Skills in die Breite gebracht haben.

00:18:09: Das war der große Changer eigentlich – der große Change, wo alle Kollegen durchgängig begriffen haben, es ist nicht nur ein Labor-Experiment, es ist etwas was nebenbei läuft, sondern es isst etwas was mit Sicherheit in den nächsten Jahren unsere Branche verändern wird. Denn nachweislich, Nachhaltigkeit, Zirkularität und vor allen Dingen die Einhaltung der Regularien nachweisen zu können – und das zertifiziert nachweisen zu können, 

00:18:37: dass ist für Unternehmen wichtig, für Inhaber wichtig und ehrlicherweise darf ich auch sagen für mich als Geschäftsführer enorm wichtig, der für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens verantwortlich ist.

00:18:50: Und für die Einaltung!

00:18:52: Wir haben ja das Thema Standards, Normen

00:18:55: etc.,

00:18:56: Umsetzung im Unternehmen schon ganz vielen Podcast-Folgen aufgegriffen.

00:19:01: Aber klar, ich meine es bietet auch einen Rahmen in Leitfaden wie man sich bestimmten Themen zuwenden kann, um genau Aktivitäten und Maßnahmen zu entwickeln.

00:19:12: Um diese dann auch wirklich in die Umsetzung zu bringen im Unternehmen.

00:19:15: Also echt schon ein wichtiger Punkt den du hier nennst?

00:19:17: Ja, du hast rechtbar her!

00:19:19: Und herrlicherweise am Anfang war es auch gar nicht einfach das Thema zusammenzufassen.

00:19:24: Ich hatte das vorhin erläutert dass viele Einzelinitiativen stattgefunden haben, das sehr viel schon im Unternehmen getan wurde.

00:19:30: Aber all das zu bündeln gegenzuspiegeln was gefordert ist und vor allen Dingen wie macht man da etwas raus, dass wir unseren Kunden weiterentwickeln können.

00:19:39: Und ein großer Punkt, wie macht man das wirtschaftlich?

00:19:43: Also mal ehrlich jeder von uns kennt die Zertifizierungen, die man heute durchführt und ich weiß, wie viel Geld da reinfließt bei den Unternehmen.

00:19:51: Wir als mittelständisches Unternehmen sind jemand der... Zukunftsfähigkeit mit zwei Dingen verbindet und zwar unsere Materialien.

00:19:59: Unsere Produkte müssen es sein, wir müssen es aber finanziell stemmen

00:20:01: können.

00:20:02: Und da war eben Circular Skills und der TÜV eine sehr große Hilfe für uns genau das hinzubekommen.

00:20:09: Unsere Produkte geprüft zu bekommen und vor allen Dingen erläutert zu bekommen.

00:20:12: Wie kommen wir denn dahin, dass die überhaupt zertifizierbar sind?

00:20:15: Denn die Reise fängt ja nicht da an wenn man zertifiziert ist, sondern die reise fingt weit vorher an, wenn man die Themen findet in die man investieren muss um genau zertifizierbar zu sein.

00:20:26: Und da hat uns das wirklich geholfen

00:20:28: als wir im zwanzigfünfzwanzig gemeinsam angefangen haben in diesem Thema zu arbeiten und für mich am Anfang relativ schnell klar war, okay das ist der richtige Weg.

00:20:39: Das ist der Weg wie wir die Wirtschaftlichkeit bekommen diese Nachhaltigkeit für uns umsetzbar zu machen.

00:20:46: Ich erinnere mich noch gut an den Moment als ich das Thema im August-September zwanzigfünfundzwanzig in die Führungsmannschaft reingebracht habe und ja ... Die Reaktion er war wow!

00:20:58: Das ist aber ein dickes Brett zu bohren und das dicke Brett haben wir tatsächlich in viele, viele kleine Scheiben aufteilen können.

00:21:06: Und an sehr praxisnahen Beispielen an Produkten von uns spielen wie die durch und wir sind, ja zum Glück darf ich sagen, dank der großen Hilfe relativ nah davor das erste Produkt zertifiziert zu haben und dass mit wirklich überschaubarem Kostenaufwand, der für uns da drin steckt.

00:21:23: Wenn ich wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit für mich erreichen kann dann ist das genau der richtige Weg.

00:21:28: Und dieses Gelernte möchten wir mit "Planet Composite" an unsere Kunden, Marktpartner weitergeben um einfach eine Branche nachhaltiger zu machen.

00:21:38: Christian was ich hier noch mal hervorheben möchte, was ich ganz toll finde dass ihr auf der einen Seite natürlich eure eigenen Produkte und euer eigenes Unternehmen im Fokus habt, aber dazu natürlich auch ganz klar den Kunden im Fokus.

00:21:49: Und ich glaube da ist der eigentliche Gewinn bei euch auch das hier wirklich der Kunde ganz klar vorne steht und ihr die Bedürfnisse seht und erkennt und hier für Lösungen anbietet.

00:21:59: Was konkret können denn die Kunden bei euch erwarten?

00:22:02: Wo ist genau der Vorteil bei euch?

00:22:04: Nun Max, wir haben ein klares Ziel und es gibt auch ein Status quo dazu.

00:22:08: Und relativ klar kann ich Folgendes sagen: Wir haben bereits einigen Kunden geholfen erst mal einen Status quo zu erhalten.

00:22:14: Das heißt wo stehe ich denn heute mit meinem eigenen Produkt?

00:22:17: Wo steh' ich beispielsweise mit einer Komponente in der Automobilindustrie und einer Kompositkomponente?

00:22:23: Diese zu analysieren,

00:22:24: ist diese denn heute schon materialkonform?

00:22:27: Also beispielsweise sind keine Giftstoffe darin.

00:22:29: Ist das Material so wie es heute ausgeführt ist recyclingfähig für verschiedene Prozesse?

00:22:33: Kann ich's als Faser wieder verwenden? Kann ich das Harz wieder verwenden?

00:22:38: Oder beispielsweise recycle ich dieses Bauteil mechanisch und erhalte daraus einen Harz-Glasmisch, beispielsweise der wiederum einsetzbar ist in Extrusionsverfahren zum Beispiel.

00:22:49: Wo Möbel draus entstehen?

00:22:50: Wo Fassadenkleidung draus entsteht?

00:22:53: Wo Bauteile daraus entstehen die in der Bauwirtschaft wieder verwendet werden können?

00:22:57: Oder habe ich die Möglichkeit die Faser als solches wieder zu verwenden beispielsweise in ähnlichen Produkten in der Automobilindustrie, die vielleicht nicht ganz so viel Performance brauchen wie die Strukturbauteile, die zuvor eingesetzt worden aber eben für Verkleidungsbauteil oder ähnliches.

00:23:13: Das heißt wo wir unseren Kunden konkret helfen ist den Status quo festzustellen und das macht nicht Saertex alleine sondern das ist das was ich vorhin sagte.

00:23:21: Wir bauen das Partner-Netzwerk auf!

00:23:23: Wir haben Labore im Partner-Netzwerk, wir haben aber auch Engineering Unternehmen im Partner-Netzwerk, die klar verstehen Was bedeutet denn nachhaltiges Produktdesign?

00:23:33: Was bedeutet Eco Design als Richtlinie?

00:23:38: Was bedeutet die Prüfung gegenüber Giftstoffen beispielsweise, um dann dem Kunden klar sagen zu können das ist dein Status quo und das sind die nächsten Schritte.

00:23:46: Die du gehen musst um, wenn du nicht recyclingfähig bist recyclingfähig zu werden.

00:23:51: Das heißt wo gemeinsam mit dem Kunden klar Lösungen erarbeitet werden wie wird dein Produkt recyclingfähig?

00:23:59: Oder aber auch wie setzt du denn vielleicht schon mehr Rezyklate ein in deinem Produkt?

00:24:04: Das ist etwas was Saertex zum Teil beherrscht, weil wir die Gelege sehr gut beherrschten und die textilen Fasern sehr stark beherrschen.

00:24:10: In der Kombination sind es aber klar Engineering-Unternehmen und auch Labore, die da im Netzwerk unterstützen.

00:24:15: Und deswegen ist es so wichtig dass das Netzwerk offen ist und wir Unternehmen einladen können darin teilzunehmen um ihre Expertise wiederum einzubringen.

00:24:24: Das hört sich super an Christian!

00:24:25: Aber zusammenfassend heißt das doch... dass Zirkularität eigentlich bei der Materialauswahl beginnt, richtig?

00:24:32: Zirklarität beginnt bei der Materiellauswahl.

00:24:35: Absolut!

00:24:36: Wichtig ist natürlich dann noch der Aufbau des Produktes.

00:24:39: Es ist der Verarbeitungsprozess von Bedeutung, es ist die Verwendungen die spätere von Bedeutung, es ist aber auch die Rückführung der Materialien von Bedeutung.

00:24:47: Denn verwende ich beispielsweise das falsche Klebeband um Abfallreste zusammen zu kleben und dann so einem Recycler zu schicken, kann es sogar bedeuten dass wenn in dem Klebeband Giftstoffe sind das Material für gewisse Zwecke schon gar nicht mehr einsetzbar ist.

00:25:00: Also da gehört vieles dazu was ich in den Prozess beachten muss und genau da sind wir mit dem Experten Team was wir aufgebaut haben aber eben auch den Partnern die wiederum Experten in anderen Schwerpunkten sind.

00:25:12: Genau die richtige Hilfe für Kunden, die sich fragen.

00:25:14: Mensch wie komme ich denn jetzt hier einen Schritt weiter?

00:25:16: Ja super!

00:25:17: Ich würde gerne noch mal auf das Thema Materialien zurückkommen weil das bedeutet ja auch dass ich die irgendwo einkaufen muss also beim Lieferanten vielleicht bei mehreren und wir sehen in unseren Audits zu anderen Themen das natürlich man nicht direkt aber zumindest mehr Einfluss hat auf die Tier-One-Lieferanten aber weniger auf die gesamte Lieferkette.

00:25:40: Und wenn wir über Rezyklierbarkeit sprechen, dann sprechen wir natürlich klar über Rohstoffe, wo kommen sie her?

00:25:45: Über Verarbeitungsprozesse... Wir sprechen eigentlich über die gesamten Lieferkette!

00:25:49: Wie ist denn da deine Meinung dazu?

00:25:52: Ja wie komme ich denn dahin dass meine Lieferkette transparenter wird und nicht so ein blinder Fleck ist, wie es vielleicht aktuell

00:25:58: ist?

00:25:59: Ganz blind ist jetzt zum Glück nicht.

00:26:01: Also viele OEMs, aber auch Tier-Ones treiben ja dieses Thema.

00:26:05: also ihr hattet die Luftfahrt angesprochen, ihr habt das Automobil angesprochen.

00:26:08: Das sind Branchen, die dieses Thema sehr stark treiben.

00:26:12: Es gibt vielleicht einige Branchen die es noch stärker machen könnten mit Sicherheit, die vielleicht nicht im Fokus der Öffentlichkeit so stark benannt sind wie eben die beiden gerade wo Rezykliebarkeit Nachhaltigkeit ein sehr großes Thema spielt.

00:26:26: Man muss gleichzeitig aber sagen je mehr darüber nachdenken, wie Saertex.

00:26:31: Wir sprechen auch mit unseren Lieferanten dazu.

00:26:32: Wir haben auch Teile unserer Lieferanden geprüft schon darin für uns und wir geben auch dieses Feedback dann zum Teil zurück und führen Gespräche dazu mit unseren Lieferanten und das Interesse ist da.

00:26:46: Also es ist nicht so dass das verloren geht, sondern das Interesse ist da.

00:26:50: Am Anfang für das Glas oder Carbon ist es unter Umständen noch nicht mal so schwierig, sondern erst wenn man dann in der gesamten Kette vorangeht.

00:26:59: Ja.

00:26:59: Aber bleiben wir doch einmal bei dem Beispiel OEMs.

00:27:02: Die Fragen bei euch an,

00:27:03: hört mal zu wissen eigentlich so die Zusammensetzung zu euren Kompositen.

00:27:07: Gib mir doch mal die Info, sag doch wie viel Treibhausgase.

00:27:11: Sag doch mal Recyclingfähigkeit

00:27:12: etc.,

00:27:13: das kennen wir

00:27:13: ja.

00:27:14: Das heißt ihr geht dann mit den Fragestellungen... ...die beantwortet ihr natürlich soweit ihr könnt ne?

00:27:19: Den ganzen Analysen mit der Konformität zu bestimmten Regularien eurerseits aber ihr gebt die Frage auch an eure Lieferanten weiter.

00:27:30: Absolut!

00:27:30: Dort wo wir die Frage nicht selbst beantworten können beziehen wir natürlich die Lieferanden ein.

00:27:35: Und da ist doch eigentlich genau der Punkt, ne?

00:27:37: Der Kasus Knacktus.

00:27:38: Warum frag ich da und geht da so tief rein?

00:27:40: Weil ihr ja gesehen habt okay aber vielleicht weiß ja auch mein Vorlieferant gar nicht so genau was ich überhaupt von ihm will oder hat vielleicht auch gar nicht die Daten.

00:27:48: Das heißt du bist hier jetzt proaktiv sage ich mal als ein Teil der Lieferkette und versuchst quasi bei deinen Vorlieferanten das Wissen aufzubauen, Möglichkeiten zu schaffen überhaupt erstmal in eine gewisse Richtung zu kommen, die Anfragen zu verstehen und Daten, die es möglicherweise gibt auch schon mal zu sammeln und die zu teilen.

00:28:08: Richtig?

00:28:09: Ja richtig Bahar!

00:28:11: Das ist richtig.

00:28:11: Das ist für Saertex alleine natürlich eine Herausforderung, denn Saertex wir sind Verarbeiter. Wir sind nicht derjenige dass in einem finalen Produkt einsetzt und wir sind auch nicht derjenigen der die Faser beispielsweise herstellt und jetzt ist ja nicht nur die Faser sondern es ist das Harz ebenso wie viele andere Materialien die eingesetzt werden. Das heißt, der Hebel den wir haben, der ist alleine begrenzt.

00:28:37: Der größte Hebel liegt natürlich in der Industrie selber,

00:28:40: d.h.,

00:28:40: die Luftfahrtunternehmen und die Automobilunternehmen, die Skihersteller, Snowboard-Hersteller, die Hersteller von Produkten für die Infrastruktur – das sind sie, die den großen Hebel haben!

00:28:49: Nur wir unterstützen heute schon genau diese Kunden darin, die richtigen Materialien eben die richtige Gelege auszuwählen und treiben das Thema im Bezug auf Gelege und Fasern bei unseren Lieferanten. Und wichtige

00:29:03: Prüfungen können wir auch schon selbst oder mit unseren Partnern entsprechend durchführen, die natürlich wie vorhin auch sagte für andere einfach frei zugänglich sind.

00:29:10: Also Christian auch hier ganz klar wieder die Herausforderung... ...für die Unternehmen eigentlich mal herauszufinden ob seine Produkte wirklich zirkulär sind und wie man das nachweisen kann.

00:29:23: Und genau dafür habt ihr ja zusammen mit Circular Skills, den Circular Scan entwickelt, wir als TÜV Rheinland sind hier Audit-Partner im Anschluss.

00:29:32: Erzähl uns doch mal was das genau ist und wie das funktioniert?

00:29:35: Ja Max du hast gerade richtig gefragt also die Lorbeeren können wir uns nicht anheften als Saertex.

00:29:40: Wir haben in dem Thema sicherlich mitgearbeitet.

00:29:42: Ich habe da sehr stark daran gearbeitet auch mit der Erfahrung aus der vorherigen Industrie in der ich gearbeitet habe, denn ich habe lange auch in der Bauzulieferindustrie gearbeitet. Und da war das Thema Nachhaltigkeit schon ein sehr starkes, Zirkularitäten sehr starkes.

00:29:56: Und auch wie stellt man sich als Unternehmen mit seinen Produkten resilient zukunftsicher auf?

00:30:01: Diese Erfahrung habe ich sicherlich den Gründern in Gesprächen näher gebracht und habe es auf unsere Kompositeindustrie mit anderen Kollegen aus dem Netzwerk gespiegelt diskutiert.

00:30:12: Unser Ansinnen war immer – Wie bringt man denn eine Methodik,

00:30:15: die ja auf der Taxonomie basiert, die zwischen neunhundert und tausend Seiten hat,

00:30:19: die sich regelmäßig anpasst, denn wirklich in ein praxistaugliches Tool?

00:30:24: Und jetzt kann ich tatsächlich sagen über viele oder einige Jahre haben die Gründer es von Circular Skills geschafft genau dieses umzusetzen.

00:30:35: Ein lange, lange Seiten,

00:30:37: viele Regularien, damit verbundenen Normen aber auch Zertifizierungen unter Umständen in eine Methodik zu bringen die es mir einfach macht mein Produkt zu scannen.

00:30:47: Und wenn man heute unser Produkt scannt tatsächlich wir haben's mit unseren Produkten getestet, dann dauert mich der Scan nur wenige Minuten.

00:30:56: Der Workshop den Circular Skills da mit uns gemacht hat, ein Tagesworkshop für ein Produkt der hat sehr schnell dazu geführt zu verstehen, was müssen wir denn noch tun

00:31:06: um konform zu werden.

00:31:08: Das heißt wie sind wir recyclingfähig und damit zirkulär?

00:31:12: Was zum Glück bei dem Material, das wir fertigen eigentlich schon fast gegeben war... Dann aber wie halten wir als Unternehmen den Corporate Carbon Footprint ein?

00:31:21: Wir müssen REACH nachweisen, was wir auch vorher schon konnten.

00:31:24: Die ISO-Vierzehntausendundeins hatten wir auch schon die wichtig sind in dem Prozess zur Konformität beispielsweise und einige andere Dinge.

00:31:31: Aber es waren auch noch ein paar Punkte vor uns wie beispielsweise eine Life-Cycle-Assessment oder einen EPD, die wir jetzt für unsere Produkte mehr und mehr erstellen und eben dafür erstellt haben.

00:31:43: Das heißt dass wir klar wissen aus dem Scan heraus wie gesagt nur ein paar Minuten hat er gedauert für uns, weil der eben auf der umfangreichen Methodik basiert und sehr klar umgesetzt ist.

00:31:53: Plus dem Workshop, wo wir dann wussten Mensch das ist der Pfad!

00:31:58: Das sind die Meilensteine, die wir noch nehmen müssen.

00:32:01: Wo uns dann auch Circular Skills und andere Partner unterstützt haben genau die zu nehmen.

00:32:06: Bis hin jetzt irgendwann zur Zertifizierung, die für uns im zweiten Halbjahr jetzt kommt.

00:32:15: In der Zertifizierung das eben Produkte, die wir schon in den Prozess geschoben haben zertifiziert,

00:32:19: Gesetzeskonform sind, Richtlinienkonformen sind an der Stelle und zwar dann viele Richtlinien einfassend wie zum Beispiel Eco-Design. Wie beispielsweise REACH.

00:32:28: Wie beispielsweise der Corporate Carbon Footprint berücksichtigt wird und viele andere Dinge, die einfach damit reinspielen. Heißt für uns der Aufwand für den Scan nachdem wir den lang umfänglich diskutiert haben und Circular Skills auch in eine sehr klare Methodik und Struktur gebracht hat, war für uns in der Umsetzung das kleinste Thema.

00:32:49: Gut, also ich verstehe, der Scan erfolgt und bewertet jedes Produkt entlang von sechs Dimensionen der EU-Taxonomie.

00:32:56: Also Klimaschutz, Klimaanpassung, Wasser, Kreislauffähigkeit, Schadstoffvermeidung und Biodiversität?

00:33:05: Absolut richtig!

00:33:05: Und die sozialen Standards natürlich, die hier als Unternehmen dazu gehören – absolut. Und das bewertet der Circular Scan, 

00:33:13: der geht dort rein, der nutzt öffentlich verfügbare Daten.

00:33:17: Also das heißt im Prinzip geht er auf Saertex und guckt an was wir veröffentlicht haben.

00:33:21: Der nutzt die ganzen Dokumente, die verfügbar sind um erstmal ein Status quo zu erzeugen.

00:33:26: Und wie gesagt, das hat uns innerhalb von Minuten Ergebnis geliefert.

00:33:30: Wie stehen wir mit dem Produkt heute wirklich da?

00:33:33: Aufgrund der Daten, die wir als Saertex unserem Kunden bereitstellen?

00:33:39: Darin sind nicht Daten enthalten, die auf Laufwerken liegen, welche, die wir nicht öffentlich preisgegeben haben und ämlichen.

00:33:44: Sondern das war dann tatsächlich der Workshop, wo wir drin waren und uns Circular Skills geholfen hat und nachgefragt hat: Mensch habt ihr das denn schon getan?

00:33:52: Natürlich haben wir die vierzehntausendundeins schon gemacht, klar.

00:33:56: Und dann die Frage, habt ihr denn schon einen Meilensteinplan erstellt,

00:34:00: wie ihr denn zur Biodiversität kommt?

00:34:02: Nein das haben wir noch nicht getan, da arbeiten wir aber dran!

00:34:05: Also das heißt es sind genau diese Themen, wo der Experte und der Scan uns hilft den richtigen Meilensteinplan aufzusetzen um, und das ist das Thema was ich vorhin sagte, möglichst wirtschaftlich mit möglichst geringen Investitionen, weil wir sind alle Wirtschaftsunternehmen, dort eine Rechtskonformität, eine Richtlinienkonformität zu erhalten, den größtmöglichen Nutzen für unseren Kunden herauszuholen.

00:34:30: Denn dass das Material eben wieder einsetzbar ist in der Zukunft und zumal gleichzeitig auch die Einfachheit im Prozess zu

00:34:40: haben.

00:34:41: Ich bin kein Experte für Nachhaltigkeit, auch wenn ich behaupte, dass ich mich schon viel damit beschäftige.

00:34:46: Und mit Sicherheit haben unsere Kunden in der Luftfahrtindustrie oder Automobilindustrie viel mehr Personalresource zur Verfügung als wir es als mittelständisches Familienunternehmen

00:34:56: haben.

00:34:58: Gleichzeitig ist es aber das Verständnis einheitlich bei den Menschen zu schaffen.

00:35:02: Was muss ich noch tun?

00:35:04: Was sind die Begrifflichkeiten, die dahinter stehen?

00:35:06: Was sind die Themen, die als erstes sozusagen die low-hanging fruits sind

00:35:10: in der Umsetzung? Da eine Gleichheit hinzubekommen,

00:35:13: gleiches Verständnis bei dem Personen, das hat uns unheimlich geholfen.

00:35:16: Das waren die paar Minuten für den Scan, der Workshop und nach ja nicht einmal anderthalb Tagen haben wir bei den Mitarbeitern und bei meinen Kollegen ein gleiches Verständnis gehabt.

00:35:26: Wo stehen wir?

00:35:27: Was können wir kurzfristig erreichen?

00:35:29: Was müssen wir noch

00:35:30: tun?

00:35:31: Und vor allen Dingen auch schon die Idee, was kostet uns das.

00:35:34: Das war so wertvoll in der Hand zu haben und da muss ich wirklich sagen eigentlich ist es ein Thema, dass darf keinem Unternehmen im Wege stehen, ja, das durchzuführen denn der Einstieg... Ich kenne das genaue Pricing jetzt nicht von Circular Skills aber was wir gezahlt haben, war so gering, dass sich sage, das kann man für jedes Produkt durchführen.

00:35:53: Was Christian passiert denn konkret nach dem Scan?

00:35:55: Also was ändert sich konkret für ein Unternehmen, das seine Produkte bewertet hat?

00:36:00: Nun Max die Frage ist sehr gut.

00:36:03: Für uns hat sich einiges bereits geändert da durch.

00:36:06: Wir haben natürlich noch nicht alle Produkte bewertet Denn das ist eine Reise die jetzt vor uns liegt genau dass zu tun und das auch anwendungsbezogen zu tun, wo denn auch genau das schon gefordert wird.

00:36:16: Was wir aber definitiv sagen können ist: Durch das Vorgehen, was wir haben,

00:36:20: haben wir bereits zwei Kunden gewinnen können?

00:36:22: Die ganz klar... Zwei zusätzliche Neukunden gewinnen können. Die ganz klar sagen, dass ist das Zünglein an der Waage dass ihr uns helft Taxonomiekonform zu werden und Taxonomiekonform es nichts abwegiges.

00:36:34: Das hat nichts mit Omnibus zu tun oder mit CSRD Reporting wo wir vielleicht auch nicht direkt von betroffen sind!

00:36:39: Das hat damit zu tun wie zukunftsfähig sind wir in der EU, aber auch weltweit zukünftig.

00:36:47: Denn eine Taxonomie ist keine Erfindung der EU und eine Taxonomie gibt es auch in anderen Ländern.

00:36:52: Sie hat eben nur nicht das Kürzel EU davor!

00:36:54: Und genau das heißt wir helfen den Kunden die lokale Normen, Regularien mit unseren Produkten zu treffen.

00:37:03: Uns hat es konkret zwei Kunden gebracht, die für uns keinen unerheblichen Umsatzbeitrag liefern,

00:37:09: sondern ganz klar mit den Kunden es nun weitergeht!

00:37:12: Denn Konformität ist nichts was jetzt liegen bleibt.

00:37:14: Konformität ist etwas was auch in öffentlichen Ausschreibungen stattfindet zukünftig. Konformität ist etwas das stattfindet in

00:37:24: Infrastrukturinvestitionen, was aber vielleicht auch irgendwann stattfindet in Windparks.

00:37:29: Denn Windparks sind auch Ausschreibungen die sehr nah an der Öffentlichkeit sind – auch wenn sie in der Regel durch Windparkbetreiber privatwirtschaftlich finanziert sind!

00:37:37: Aber der Strom wird ja wieder abgenommen von der Öffentlichkeit und von Energieversorgern und unterstützt von der Regulierung den Ländern oder der EU oder vielleicht auch anderen Ländern wie Indien, China oder der USA.

00:37:51: Und genau da hilft es.

00:37:53: Und wenn ich mich mit anderen Unternehmen im Markt unterhalte, die beispielsweise Wirtschaftsprüfung durchführen oder die beispielsweise an Ausschreibungen arbeiten.

00:38:02: Dann ist das Thema Taxonomie durchaus im Tagesgebrauch da!

00:38:08: Also es ist vielleicht heute noch nicht in der Ausschreiben drin aber es wird nicht mehr lange dauern bis es definitiv drinnen stehen wird.

00:38:14: Das ist meine Überzeugung, meine persönliche Überzeugen dass nicht mehr lang dauern wird und dann sind wir richtig aufgestellt.

00:38:20: Wir beschäftigen uns da heute schon mit.

00:38:22: Wir helfen unseren Kunden richtig aufgestellt zu sein und vor allen Dingen schaffen wir es, Produkte zu produzieren, in den Markt zu bringen, die auch zukünftig in anderen Generationen noch Freude bereiten.

00:38:37: Ja Christian, du sprichst ja auch hier schon viel über die Zukunft oder Zukunftsmodelle also auch bei euch das langfristige Ziel, den Circular Scan als Industriestandard,

00:38:46: also Branchenagnostisch, wissenschaftlich fundiert und global anwendbar.

00:38:52: Wie realistisch ist das für dich in den nächsten fünf Jahren?

00:38:56: Aus meiner Sicht sehr realistisch!

00:38:58: Das hängt einfach damit zusammen, dass wir zwar hier Vorreiter sind in vielen Themen.

00:39:03: Aber andere Länder sich sehr stark damit beschäftigen – ich meine natürlich, ich reise selbst auch viel nach Indien und in andere Ländern und sehe das da Nachhaltigkeit noch anders gelebt wird als bei uns!

00:39:13: Es heißt aber nicht, dass politisch bereits darüber diskutiert wird und in die Richtung gedacht wird.

00:39:18: Deswegen sehe ich es sehr klar, dass es kommen wird.

00:39:21: Und reise ich in die USA?

00:39:23: Kennen wir alle die aktuelle politische

00:39:25: Situation!

00:39:27: Dennoch erlebe ich gerade auch in demokratisch geführten Staaten beispielsweise

00:39:31: das Thema, dass Nachhaltigkeit immer noch eine hohe Bedeutung hat.

00:39:35: Und das heißt für mich auch dass das Thema Zirkularität, Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit nicht verloren ist sondern es ist klar im Fokus vielleicht aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage ein wenig wieder zurückgegangen.

00:39:52: Umso stärker wird es aus meiner Sicht aber wieder kommen wenn sich die Weltwirtschaft sich ein Stück weit von unseren Krisen heute erholt hat.

00:39:58: Christian, die Frage, die wir hier bei uns im Podcast immer sehr gerne stellen... Was sagst du Unternehmen, die das Thema noch vor sich her schieben?

00:40:05: Und warum sollten sie jetzt damit anfangen?

00:40:08: Hier bei uns natürlich heute im speziellen Fall Kreislaufwirtschaft.

00:40:12: Warum speziell mit Circular Economy?

00:40:16: Ich denke die einfachste Antwort ist, wir alle sind unseren Kindern schuldig eine Welt so hinterlassen die lebbar ist,

00:40:21: die erlebbar ist.

00:40:23: Darüber hinaus möchte ich aber auch ganz klar sagen das Thema Nachhaltigkeitsreporting, das Thema: Welche Aussagen treffe ich zu Nachhaltigkeit?

00:40:30: Wie gut bin ich denn? Wie gut sind meine Produkte in Bezug auf Zirkularität?

00:40:33: Was habe ich denn schon geleistet?

00:40:36: All das muss ja nachweisbar werden.

00:40:38: Das heißt, diese Aussagen, die vielleicht heute auf den Webseiten stehen: Wir sind nachhaltig!

00:40:42: Wir sind Klimaschutzneutral! oder sonstiges

00:40:46: Wie habe ich denn heute Nachweisbarkeit?

00:40:48: Ich brauche für diese Aussage für mein Unternehmen Nachweisbarkeit, denn ich möchte mich nicht angreifbar machen!

00:40:54: Wir brauchen das genau und ich glaube die EU hat hier auch etwas auf den Weg gebracht mit der MQ Verordnung wo genau dass auch zukünftig ja sozusagen finanziell attraktiver wird, dort rechtskonform zu sein.

00:41:09: Und gleichzeitig sind es nicht wir,

00:41:11: nicht wir allein als Industrie, sondern in Banken, 

00:41:14: es sind Versicherungen die für sich zukunftsfähige Infrastrukturinvestition brauchen, die in zukunftsfähige Produkte investieren. Wenn ein Hersteller von nennen wir es beispielsweise einmal Kunststoffspielzeugen

00:41:27: In eine neue Fabrik investiert, wo Spielzeuge produziert werden die nicht nachhaltig sind, die nicht wieder einsetzbar sind und vielleicht sogar noch ein Giftstoff enthalten.

00:41:36: Wie lang ist denn so ein Produkt überlebensfähig?

00:41:38: Und dahinter die Fabrik dann überlebensfähig?

00:41:41: Das heißt hier sind wirklich Finanzpartner, hier sind Versicherungen die Treiber.

00:41:45: Die Regulatorik, die Gesetzgeber sind an dieser Stelle natürlich sehr wichtig

00:41:50: aber die eigentlichen Treiber sind doch die, die die Zukunft finanzieren und

00:41:53: versichern.

00:41:54: Ja du sprichst ja auch viel von Verifikation also nicht von Greenwashing.

00:41:59: Was ist denn hier der Unterschied?

00:42:00: Und wie erkennen Einkäufer und Investoren natürlich auch den Unterschied zwischen echten Nachweisen und klassischen Marketing-Aussagen?

00:42:10: Die MQ-Verordnung belegt ja an der Stelle, dass ich als Drittanbieter zertifiziert sein muss.

00:42:14: Und das heißt ich kann zwar alles hinschreiben aber wenn es nicht verifiziert ist durch einen Dritten, der auch eben das tun kann, dann weiß ich schon zumindest ist es nicht geprüft.

00:42:26: Es muss wiedergegeben sein und das ist relativ klar.

00:42:29: Ich kann es hinterfragen, ich kann es suchen, ich kann die Anfrage stellen.

00:42:33: Wenn dann aber kein Nachweis dazu kommt, dann kann ich mir sehr sicher sein, dass es nicht in der Tiefe betrachtet wurde oder zumindest nicht gegen geprüft wurde.

00:42:43: Und genau das tun wir bei uns.

00:42:45: Wir fragen nach, wo kommen denn die Aussagen her?

00:42:47: Wie sind sie verifizierbar?

00:42:49: Wer hat es denn geprüfte und auditiert und zertifiziert vor allem Dinge an dieser Stelle.

00:42:56: Genau das wird ja auch in Zukunft kommen.

00:42:58: Ich erinnere mich an viele Themen die damals noch im Markt waren, ganz früh, wo ich noch jung war ist man das Internet gestartet irgendwann.

00:43:05: Und ich kenne auch das Thema Impressum, was dann am Anfang immer durchzuführen war.

00:43:10: Am Anfang hat sich keiner drum gekümmert.

00:43:12: Jeder hat irgendeinen Impressum reingestellt und dann kamen auf mal ein paar nenn ich es mal vielleicht geschäftstüchtige Organisationen die mit einer Abmahnwelle angefangen haben.

00:43:24: Persönlich glaube ich daran, dass das hier auch passieren wird zum Teil.

00:43:27: Dass viele sich nicht dran halten werden und dann einige geschäftstüchtige Organisationen sich darum kümmern werden, dass genau solche Nachweise erfolgen denn... Ich kann mir vorstellen, dass durchaus Abmahnungen auch in Zukunft rausgehen.

00:43:39: Christian Bahar, danke!

00:43:42: Das war ein Gespräch, das für mich zeigt Kreisaufwirtschaft ist keine Zukunftsvision mehr.

00:43:46: Sie passiert gerade, in einer Branche der man das lange nicht zugetraut hatte.

00:43:51: Drei Dinge nehme ich heute mit:

00:43:52: Erstens: Wer Zirkularität ernst nimmt, fängt nicht beim Recycling an, sondern beim Design.

00:44:00: Das ist ein Paradigmenwechsel, der die gesamte Wertschöpfungskette verändert.

00:44:05: Zweitens: Ohne unabhängige Verifikationen ist Kreislaufwirtschaft Marketing.

00:44:10: Mit ihr wird sie Geschäftsgrundlage für Finanzierung, Kunden und Berichterstattungen.

00:44:15: Und Drittens: Zirkularität braucht eine gemeinsame Sprache über Branchen, Märkte und Lieferketten hinweg.

00:44:25: Der Circular Scan ist ein erster Schritt dahin!

00:44:29: Danke fürs Zuhören. Wenn ihr künftig besser verstehen wollt, wie Ihr Nachhaltigkeit noch besser in eure unternehmerische Praxis integrieren könnt dann abonniert BusinessShift.

00:44:40: Wir bringen euch die wichtigsten Perspektiven rund um nachhaltige Unternehmensführungen, Innovation und Transformation Ressourceneffizient direkt in euren Gehörgang.

00:44:52: Weiterführende Infos zu der heutigen Folge gibt es wie immer in unseren Shownotes.

00:44:58: Ich bin Max Birkenmeier und sage, die Zukunft wartet nicht!

00:45:03: Also lasst uns anfangen sie aktiv jetzt zu gestalten.

00:45:08: Euer BusinessShift.

00:45:13: Der Podcast für Entscheidende und Führungskräfte

00:45:15: die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit nachhaltig beschäftigen wollen, bleibt neugierig.

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