Episode 23: BusinessShift - Nachhaltigkeit im Bau: Handeln, bevor der Druck kommt - im Talk mit TOGE & CircularSkills

Shownotes

Was bedeutet Nachhaltigkeit für ein mittelständisches Unternehmen, wenn der Markt sie heute noch nicht konsequent einfordert – die Anforderungen von Kunden, Finanzwirtschaft und Regulierung aber längst wachsen? Und wie gelingt es, aus komplexen Vorgaben einen Weg zu entwickeln, der im Unternehmensalltag tatsächlich funktioniert?

In dieser Folge von BusinessShift – Nachhaltigkeit in der Baubranche geht es um die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeit, die Aussagekraft von EPDs und die Frage, wie Unternehmen ihr Produktportfolio systematisch bewerten und sich frühzeitig auf zukünftige Marktanforderungen vorbereiten können.

Unsere Gäste: Ingo Kuschel, Geschäftsführer der TOGE Dübel GmbH & Co. KG, und Peter Bachmann, Gründer von CircularSkills.

🔍 Themen der Folge:

  • Warum TOGE sein gesamtes Produktportfolio nach Kriterien der EU-Taxonomie bewertet hat
  • Weshalb eine EPD eine wichtige Bestandsaufnahme, aber kein Nachhaltigkeitszertifikat ist
  • Warum Datensammlung und die Zusammenarbeit mit Lieferanten in der Praxis zu den größten Herausforderungen gehören
  • Wie Mitarbeitende aus Einkauf, Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb in die Transformation eingebunden werden können
  • Warum Nachhaltigkeit für mittelständische Unternehmen verständlich, bezahlbar und umsetzbar sein muss
  • Wie die Scorecard von CircularSkills komplexe Anforderungen in eine verständliche Produktbewertung übersetzt
  • Welche Rolle unabhängige Verifizierung durch TÜV Rheinland für belastbare Nachhaltigkeitsaussagen spielt
  • Warum Unternehmen nicht warten sollten, bis Kunden, Ausschreibungen oder Finanzierungspartner die entsprechenden Nachweise einfordern

Diese Episode zeigt: Unternehmen müssen nicht auf perfekte Voraussetzungen warten, um sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Entscheidend ist, den eigenen Status quo zu kennen, Anforderungen zu verstehen und daraus konkrete Prioritäten abzuleiten. Wer früh beginnt, kann Strukturen und Wissen aufbauen, bevor der Druck aus Markt und Lieferkette steigt.

📌 Kapitelübersicht

00:02:12 Warum TOGE seinen Nachhaltigkeitsweg gestartet hat 00:06:08 EPDs: wichtig – aber kein Nachhaltigkeitszertifikat 00:10:55 Nachhaltigkeit im Unternehmen verankern 00:17:00 Warum Unternehmen an der Komplexität scheitern 00:23:15 Die Scorecard: EU-Taxonomie verständlich machen 00:28:10 Wo Unternehmen mit ihrer Transformation anfangen sollten 00:36:15 Nachhaltigkeit als Vorbereitung auf den Markt von morgen

Das Gespräch vertieft im weiteren Verlauf weitere Aspekte rund um Regulierung, Lieferketten, Finanzierung, Kommunikation und die zukünftige Auswahl von Produkten, die hier aus Platzgründen nicht gesondert aufgeführt sind. Wer noch mehr wissen möchte, im Whitepaper wird das Thema Circular Thinking in der Befestigungstechnik weiter vertieft: https://go.tuv.com/whitepaper-toge?wt_mc=Other.Podcast.no-interface.DE26_A04_SUS.DE26_A04_SUS_PC_03.textlink.&cpid=DE26_A04_SUS_PC_03

📌 Mehr erfahren:

TOGE Dübel GmbH & Co. KG TOGE entwickelt und produziert seit über 60 Jahren innovative Verankerungssysteme für Beton und Asphalt. Das Nürnberger Unternehmen ist auf Metalldübel, Befestigungslösungen sowie Isolier- und Brandschutzplatten spezialisiert und Teil der WÜRTH-Gruppe. 👉 https://toge.de/

CircularSkills GmbH CircularSkills unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Nachhaltigkeitsanforderungen verständlich und praktisch umsetzbar zu machen. Mit der entwickelten Scorecard wird sichtbar, wo ein Produkt im Hinblick auf die Kriterien der EU-Taxonomie steht. 👉 https://www.circularskills.earth/

Nachhaltigkeits-Dienstleistungen von TÜV Rheinland: 👉 https://www.tuv.com/landingpage/de/nachhaltigkeit/?wtmc=Website.tuv-com.no-interface.CW22X00SUS.CW22X00SUSWS.banner.stage

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Transkript anzeigen

00:00:04:

00:00:08: Der Podcast für Entscheidende und Führungskräfte, die sich mit dem Thema

00:00:12: Nachhaltigkeit

00:00:13: nachhaltig

00:00:14: beschäftigen wollen. Herzlich willkommen zu BusinessShift, dem Nachhaltigkeitspodcast von TÜV Rheinland People & Business Assurance. Mein Name ist Max Birkenmeier und ich freue mich, dass ihr heute dabei seid. Stellt euch vor eine Branche, die für rund 40% des globalen Energieverbrauchs und etwa ein Drittel

00:00:34: aller CO₂-Emissionen verantwortlich ist und trotzdem lange Zeit unter dem Nachhaltigkeitsradar geflogen ist.

00:00:41: Die Rede ist von der Baubranche, doch das ändert sich gerade!

00:00:45: Neue Richtlinien, neue Anforderungen von Großkunden, ein wachsender Druck aus Richtung Finanzmarkt und Regulierung und mittendrin Unternehmen die sich fragen: Wo stehen wir eigentlich?

00:00:58: Was müssen wir tun und wie erklären wir das unserem Vertrieb?

00:01:02: Genau darüber spreche ich heute mit zwei Gästen, die das Thema aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven kennen.

00:01:09: Ingo Kuschel ist Geschäftsführer der TOGE Dübel GmbH & Co KG seit über sechzig Jahren einer der Pioniere der Befestigungstechnik für Beton & Asphalt mit Sitz und Fertigung in Nürnberg und Teil der WÜRTH Gruppe.

00:01:23: Was viele nicht wissen, TOGE stellt reversible Befestigungen her.

00:01:28: Das heißt, was TOGE in Beton Asphalt und Stahl schraubt, lässt sich am Ende der Nutzungsdauer auch wieder zerstörungsfrei lösen.

00:01:37: Eine Schraube ist eben keine C-Teilentscheidung.

00:01:40: Sie ist eine Entscheidung darüber, ob ein Bauwerk in fünfzig Jahren Materialressource oder Sondermüll wird.

00:01:48: TOGE ist außerdem das erste Unternehmen seiner Branche dass sein komplettes Produktportfolio nach Kriterien der EU- Taxonomie bewertet hat.

00:01:57: Ingo, herzlich willkommen, schön dass du da bist.

00:01:59: Vielen Dank, Max!

00:02:00: Vielen Dank für die Einladung.

00:02:01: Und Peter Bachmann ist Gründer der Circular Skills GmbH nach über siebenundreißig Jahren Erfahrung in der Bau- und Nachhaltigkeitsbranche.

00:02:10: Circular Skills hat den Circular Scan entwickelt, also ein Werkzeug das die rund tausend Seiten EUTaxonomie in eine praxistaugliche Produktbewertung übersetzt.

00:02:21: Damit macht Circular Skills Zirkularität zum ersten Mal auch für den Mittelstand dokumentierbar.

00:02:28: Circular Skills ist DGNB-Netzwerkpartner, Autor mehrerer Fachbücher und hat das Projekt mit TOGE gemeinsam verantwortet.

00:02:37: Peter, schön dass du dabei bist. Vielen Dank!

00:02:40: Ja, hallo. Vielen Dank für die Einladung.

00:02:42: An meiner Seite.

00:02:43: wie immer Dr.

00:02:44: Bahar Cat-Krause, Global Head of Sustainability bei TÜV Rheinland People & Business Assurance und Co-Moderatorin von BusinessShift.

00:02:53: Bahar hat in medizinischer Biochemie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf promoviert und ihre Karriere hat sie durch Nachhaltigkeitsberatung, grüne Logistik, Produktnachhaltigkesbewertungen und ESG Reporting geführt.

00:03:07: Also vom Collaborating Center of Sustainable Consumption and Production ein internationalen Think Tank für nachhaltigen Konsum über GS1 Germany bis zu ihrer eigenen Nachhaltigkeitsberatung Back to Planet.

00:03:22: Bei TÜV Rheinland, People and Business Assurance verantwortet sie heute als Global Head den globalen Nachhaltigkeitsbereich und bringt damit genau das mit was für diese Folge wichtig ist – dem Blick von außen auf das was Unternehmen wirklich tun müssen und nicht nur kommunizieren sollen.

00:03:39: Bahar!

00:03:40: Hallo und herzlich willkommen.

00:03:41: Hallo Max und auch ein herzlich willkommen an Ingo und Peter.

00:03:45: Ich freue mich auf eine spannende Folge heute!

00:03:48: Ingo, TOGE ist Teil des WÜRTH Konzerns also einem der größten und bekanntesten Namen im Handwerk.

00:03:54: Trotzdem habt ihr euren Nachhaltigkeitsweg weitestgehend selbst gehen müssen?

00:03:59: Wie kam es dazu?

00:04:01: Hier haben wir vielleicht eine kleine Vorgeschichte. Wo ich dann nachher noch im WÜRTH Kosmos noch gearbeitet habe

00:04:07: Und dann hatte ich mit Peter eigentlich auch schon vor, Peter du kannst mich gerne korrigieren vor sieben, acht Jahren,

00:04:12: haben wir schon Kontakt miteinander gehabt.

00:04:14: Da ging es eigentlich mehr so um wohngesundes Bauen, wo du auf mal auf und zu gekommen bist.

00:04:19: Das fand ich ganz spannend, weil ich damals noch für die Division Bau deutschlandweit praktisch Marketing und strategische Ausrichtung ein bisschen verantwortlich war.

00:04:29: Dann haben uns einfach mal kennengelernt.

00:04:31: Das finde ich ganz spannend und ich bin ja vor zweieinhalb Jahre jetzt dann zur TOGE gewechselt. Im ersten Jahr als Vertriebsleiter, seit einem halben Jahr als Geschäftsführer in einer Art Nachfolgeregelung.

00:04:41: Und ja, wir hatten immer Kontakt auch gehabt und weiterhin.

00:04:45: Ich finde das Thema allgemein sehr, sehr spannend als nicht nur auf Wohngesundheit von dem her, sondern allgemein Nachhaltigkeit und reversibles Bauen.

00:04:54: Das ist einfach irgendwie so ein bisschen was Intrinsisches, also es ist keiner auf mich zugangen.

00:04:59: Er hat dann gesagt ihr müsst das machen oder sonstiges.

00:05:01: Mir gefällt das Thema einfach!

00:05:03: Es wird viel von Nachhaltigkeit geredet und es gibt viel Regularien und so weit und sofort.

00:05:08: Aber wie die noch durchgeführt werden, ist dann wieder das andere.

00:05:12: Und ja unsere Wege haben sich nie getrennt.

00:05:14: Er ist einen neuen tollen Weg gegangen, meiner Meinung nach, mit Circular Skills.

00:05:20: Warum habe ich mich für das entschieden?

00:05:21: Weil es relativ einfach ist für mich?

00:05:23: Ich bin grundsätzlich, will jetzt nicht sagen, dass ich ein fauler Mensch bin von dem her, aber ich habe immer gern Dinge, die einfach sind.

00:05:29: Deswegen war für mich das schlüssig das Thema und das sind wir vor eineinhalb, zwei Jahren miteinander begonnen.

00:05:35: Ich bin auch froh, dass wir noch den Weg gegangen sind.

00:05:36: Denn ja vorbereitet sein auf die Zukunft ist, glaube besser, wie später dann wenn sie da ist irgendetwas brauchen was man nicht hat.

00:05:45: Peter du beobachtest die Baubranche von außen auch sehr stark?

00:05:49: Ist TOGE in deinen Augen eher die Ausnahme oder sehen wir hier langsam wirklich eine Bewegung?

00:05:53: Also,

00:05:55: es

00:05:56: gibt ganz viele Perspektiven.

00:05:57: Es gibt nicht das Urteil über eine Branche, es gibt Unternehmen die machen das Thema schon lange und ehrlich und auch umfassend.

00:06:07: Es gibt Unternehmen, die versuchen Sachen grün anzumalen, indem sie ein Produkt von ganz vielen Produkten hervorheben und genauer betrachten.

00:06:20: Und dann gibt es Unternehmen die intrinsisch auch motiviert sind.

00:06:24: Ich glaube, das ist auch das was Ingo und mich so zusammengeführt hat, also diese intrinsische Motivationen.

00:06:31: Und natürlich will und muss man damit auch Geld verdienen aber dann halt tatsächlich auch so diese ganzheitliche Betrachtung, wo wir nicht nur ein Produkt, sondern das Portfolio angeschaut haben.

00:06:44: Das finde ich sehr sympathisch.

00:06:46: Also die Verantwortung fürs Portfolio zu übernehmen.

00:06:49: Es gibt da zunehmend Unternehmen, die das machen. Und was man spürt ist, dass der Druck wächst und zwar nicht politisch.

00:06:58: Der Druck kommt aus der Finanzbranche. Aber es ist so, dass Lieferanten wie jetzt zum Beispiel TOGE die bis ein Projekt, was heute auf einer Expo real oder wo auch immer diskutiert wird, also auf eine Immobilienmesse, bis da eine TOGE-Schraube verarbeitet wird, dauert das vier, fünf, sechs Jahre.

00:07:22: Das heißt also TOGE ist seinerzeit lang voraus.

00:07:27: Insofern es gibt ganz unterschiedliche Unternehmen die sich ganze unterschiedlich aufstellen.

00:07:32: Es gibt hier keine Standards.

00:07:36: Wo du gerade über Produktportfolio gesprochen

00:07:38: hattest, Peter, irgendwo

00:07:40: die nächste Frage vielleicht an dich:

00:07:41: Ihr habt ja EPDs erstellt.

00:07:43: Habt ihr damit denn gerechnet dass euer Markt so wenig darauf reagiert?

00:07:47: Nee ehrlich!

00:07:48: gesagt nicht, weil wir haben ja bevor wir uns auf eine Weg gemacht haben.

00:07:51: Haben wir die Marktbefragungen ja gemacht.

00:07:52: Wie wichtig das für die Kunden ist, das hat uns nicht überrascht von dem her.

00:07:55: Es ist ein Thema, wo wir ansprechen bei unseren Kunden nach dem Motto: Cool, wenn er's habt, aber und nicht unbedingt momentan eine Must-have. Im Endeffekt, es kostet ihr auch bisschen Geld das ganze zu machen und momentan ist es leider noch so,

00:08:09: auch bei unserem Handelspartnern ist halt trotzdem der Preis ausschlaggebend.

00:08:13: Ich sage immer so ein bisschen provokativ,

00:08:18: Nachhaltigkeit hört irgendwann beim Preis scheinbar auf.

00:08:21: Ja gut, da muss man auch dazu sagen, ein EPD ist ja auch kein Zertifikat, das ist ein häufiges Missverständnis ja auch.

00:08:26: Also was bedeutet das, Peter, für Unternehmen in der Praxis?

00:08:29: Es kommt darauf an welche Praxis man betrachtet.

00:08:32: Also zuallererst ist es wichtig, dass die Geschäftsführung, der CEO versteht, dass man an dem Thema nicht mehr vorbeikommt.

00:08:40: Da kann in Brüssel ein Omnibus rumfahren, die Finanzindustrie interessiert sich gar nicht für irgendwelche Omnibus-Verfahren.

00:08:47: Das muss der Geschäftsführer, der CEO verstehen.

00:08:50: Und dann, was mir auch bei TOGE sehr gut gefallen hat, wir haben das gesamte Team geschult, dass man dann auch im Vertrieb, im Marketing, in der Produktentwicklung, im Einkauf weiß, was das konkret bedeutet. Das der Einkauf versteht, wenn ich in Zukunft bei der Verzinkerei einkaufe die mit Wasserstoffe arbeitet, dann kriege ich mehr Punkte in meinem System, dann wird mein Produkt besser.

00:09:14: Und es ist tatsächlich so,

00:09:15: das muss man erstmal verstehen.

00:09:17: Und dass das Marketing versteht, eine EPD kriegt jeder.

00:09:22: Mit dem allerletzten Produkt kriegst du eine EPD.

00:09:24: Eine EPD ist eine reine Bestandsanalyse, das wissen die wenigsten.

00:09:28: Es gibt welche, die sprechen von mein Produkt ist zertifiziert,

00:09:32: ich habe eine EPD.

00:09:33: Die wenigsten wissen was das wirklich bedeutet und das kriegst du natürlich auch nur hin, indem du entsprechend das Team schulst.

00:09:41: Und das ist nicht einfach die Teams, weil die haben alle viel Arbeit.

00:09:44: Die haben Druck und Dampf auf dem Kessel.

00:09:46: Die musst du dann auch entsprechend abholen.

00:09:48: Aber wenn ich mich so erinnere an die Schulung, die wir bei euch im Haus hatten, wo dann alle am Tisch saßen bei TOGE, wo die Menschen dann doch mit angefangen haben an einem Strang zu ziehen.

00:10:01: Insofern ja also auch da gibt es unterschiedliche Perspektiven.

00:10:05: Ich denke der nächste Schritt ist jetzt gemeinsam mit innovativen Industrieunternehmen gemeinsam zu schulen.

00:10:12: Das heißt, was muss der Fachhandel?

00:10:14: Was muss der Fachhandwerker?

00:10:15: Was muß der Architekt?

00:10:17: Was müssen die wissen, damit dann das richtige Produkt nicht einfach nur mit einer EPD, sondern dass es einen Unterschied macht ob das Produkt aus Deutschland kommt von der Produktion oder ob's von irgendwo her kommt. Ob es zehntausend Kilometer auf dem Buckel hat oder ob es dreihundert Kilometer auf dem Buckel hat.

00:10:39: Das sind Aspekte, die müssen jetzt herausgearbeitet werden und als USPs entsprechend auch positioniert werden.

00:10:45: Da möchte ich vielleicht noch etwas dazu sagen,

00:10:47: zu der Schulung Peter.

00:10:48: Ich will einen Schritt vorher anfangen,

00:10:51: also da waren keine Jubelstürme, wo ich dann mal die Idee praktisch kund getan habe in dem Unternehmen was wir vorhaben, weil wir sind ein sehr kleines Unternehmen fast hundert Mitarbeiter.

00:11:00: Wir sind nur dreizig Leute in der Verwaltung. Und da muss man wirklich sagen, ich hab ja alle involvieren müssen.

00:11:05: Also vom Einkauf, Einkaufsleiter und im Endeffekt waren eigentlich alle leider da.

00:11:09: Produktleitung, Marketing, Einkauf, Vertrieb usw.

00:11:13: Und die sind wirklich alle in dem Unternehmen schon voll mit Arbeit bis oben hin. Wo ich das dann vorgestellt habe vor der Mehrheit,

00:11:20: da war uns das Ausmaß auch noch gar nicht so ganz bewusst.

00:11:25: Am Anfang haben sie wahrscheinlich gedacht, der Chef war auf irgendeinem Seminar oder hat ein Buch gelesen oder sonstiges in die Richtung.

00:11:30: Aber ja ... Die Jubelstürme haben sich in Grenze gehalten.

00:11:33: Nachträglich glaube ich, sind wir alle froh dass wir das Thema angegangen sind, aber der Weg dorthin war schon herausfordernd.

00:11:38: Also nicht nur um die Entscheidung zu treffen, sondern auch das fängt im Haus an mit der ganzen Datensammlung.

00:11:45: Wir haben ja auch dementsprechend Vorlieferanten.

00:11:46: Da ist es noch schwieriger dann dort die Daten herzukriegen von denen.

00:11:50: Das war dann schon ein Weg, wo ich glaube, dass wir uns beide etwas einfacher vorgestellt haben.

00:11:55: Und das hat dann auch seine Zeit gebraucht und Geduld.

00:11:59: Ingo, ich würde gerne noch auf einen Punkt eingehen den du genannt hast.

00:12:01: Natürlich ist eine EPD, Environmental Product Declaration natürlich auch mit Arbeit verbunden.

00:12:08: Datensammeln, Leute mitnehmen, Verantwortlichkeiten verteilen aber du hast eben einem ganz wichtigen Punkt genannt nämlich Nachhaltigkeit hört da auf, wo es teuer wird.

00:12:18: Du kannst aber mit einer EPD oder einer Analyse, ist natürlich aufwendig. Aber genau sehen, wo deine größten Hebel eigentlich auch sind.

00:12:27: Du siehst natürlich auch, wo die größten Umweltwirkungen sind.

00:12:31: Auf der anderen Seite, um jetzt nochmal den Kostenaspekt zu kommen, gibt eine EPD aber auch super viele Hinweise und Ergebnisse, wo man vielleicht auch Prozesse, Materialflows etc viel effizienter gestalten kann.

00:12:44: Und das macht sich langfristig auch im Portemonnaie bemerkbar. Also da würde ich gerne nochmal an alle da draußen, die sagen, es ist eigentlich nur teuer, ja es vielleicht am Anfang viel Aufwand. Aber das, was man daraus mitnimmt, ist eigentlich das, worauf man gucken muss, um zu sagen: Okay, wie kann ich denn meine Produkte vielleicht noch ein bisschen innovativer gestalten?

00:13:03: Gibt es vielleicht neue Technologien, andere Materialien?

00:13:06: Andere Lieferanten oder Lieferketten, die ich noch nutzen kann?

00:13:10: Zum Thema Lieferkettenresilienz,

00:13:12: das kommt ja auch noch dazu in heutigen Zeiten.

00:13:15: Hat man sicherlich viele, viele Aspekte, Potenziale und Hebel wo man auch gucken kann, wie man Kosten reduzieren kann.

00:13:22: Absolut!

00:13:22: Also gebe ich dir hundert Prozent recht.

00:13:24: Es ist aber nicht so, wenn du mir falsch ausdrückst dass das so dermaße teuer ist.

00:13:28: Ich finde das kann man dann schon im Einklang Ja, mit den ganzen...

00:13:34: Absolut.

00:13:36: Aber das begegnet uns ja auch ständig, dass wir sagen oder eigentlich argumentieren müssen, dass Nachhaltigkeit durchaus auch bedeutet, dass man Prozesse beleuchtet und vielleicht mal neue Wege geht, bei Innovationen überhaupt erst einmal nachdenkt, was langfristig nach der Investition wieder Geld zurückbringt.

00:13:56: Aber dazu fällt mir noch ein Punkt ein, wie wichtig die Analyse ist,

00:14:01: und die Schulung,

00:14:02: also eine EPD machen. Weil man jetzt mal gehört hat, aus dem Vertrieb eine EPD zu machen ist das eine.

00:14:09: Aber dann halt auch wirklich diese Analyse zu machen, die du angesprochen hast Bahar, also wirklich dann zu schauen wo sind Optimierungspotenziale?

00:14:18: Und dann ist es aus meiner Sicht extrem wichtig, zuerst die Mitarbeiter:innen in dem Unternehmen zu schulen, dass man das Thema auch sauber verkauft und nicht Sachen erzählt draußen, die einfach nicht stimmen, sich da abzuheben.

00:14:32: Und sich dann möglicherweise auch als Lösungspartner für das nächste Kettenglied nämlich für den Handwerker und den Fachhandel zu positionieren um denen zu helfen, dass sie halt

00:14:41: da auch

00:14:41: keinen Schrott erzählen, was extrem oft momentan passiert.

00:14:46: Wir machen Projekt bei der DGNB, wo wir genau das erleben, dass einfach durch Unwissen unglaublich viel Unwahrheiten im Markt positioniert werden.

00:14:56: Ja, das ist auch ein wichtiger Punkt und wir haben eben das Thema Treiber mal angesprochen.

00:15:01: Da gibt es für die Baubranche sind es auch größere Unternehmen die jetzt auch unter Regulierung fallen aber auch die Finanzbranche die genau diese Nachhaltigkeitsdaten noch abfragt.

00:15:13: Und das sind die, die man in der Analyse erhebt auf Grundlage von Daten. Und die Information auch bereithält.

00:15:19: Also selbst wenn jetzt der Nutzen aktuell nicht gesehen wird, kann ich versprechen, dass die Anfrage irgendwann kommt und auf den Tisch ist: Wie sind denn eigentlich die CO₂-Werte?

00:15:32: Wie ist das Potenzial?

00:15:33: Gibt es andere Wirkungs-, Umweltauswirkungen?

00:15:36: Das sind Themen, die kommen definitiv und jetzt auch in der Baubranche.

00:15:41: Aber Peter, genau diesen Transformationsweg begleitest du ja auch?

00:15:44: Wo scheitern denn aus deiner Warte Unternehmen am häufigsten?

00:15:50: An der Komplexität, das Nachhaltigkeit... Ich beschäftige mich mit diesem Thema seit über dreißig Jahren.

00:16:01: Wenn ich Vorträge auf Kongressen, wo es um das Thema Nachhaltigkeit im Bau- und Immobiliensektor geht, wenn ich da zuhöre, habe ich noch relativ oft das Phänomen, dass ich denke was erzählt der da vorne gerade.

00:16:15: Wenn da ein CEO sitzt?

00:16:18: Das ist ja ein Gefühl, was wir Menschen einfach nicht mögen.

00:16:21: Wenn ich mich dumm fühle, während ich irgendjemand anderen zuhöre, wenn da irgendwelche Abkürzungen, Anglizismen, die wir in unserer Nachhaltigkeitsbubble so furchtbar gerne benutzen, wenn die da vom Stapel gelassen werden, da steigen Leute einfach aus.

00:16:36: Und ob das ein Geschäftsführer ist bei TOGE oder der Kunde ist, der dann das Produkt kauft, der erst recht... Das heißt also, die Unternehmen scheitern momentan an dem Thema, dass die Sprache einfach eine schlechte ist.

00:16:53: Es muss viel mehr Zielgruppen orientiert sein und dass sich dann, ist es eine zusätzliche Herausforderung, es gibt Zertifizierungssysteme und Systeme im Markt, die sind echt coole Geschäftsmodelle.

00:17:08: Und die sind einfach unglaublich teuer!

00:17:11: Das heißt, da machen selbst Konzerne die zweistellige Milliarden Euro Umsätze machen, machen dann so ein Produkt.

00:17:19: Weil da kostet ein Produkt dann zweihundertfünfzig, fünfhunderttausend Euro, wenn du das auf den Nachhaltigkeitspodest holst.

00:17:27: Jetzt, ich weiß nicht wie viele Produkte ihr bei TOGE habt, wenn man da jedes Produkt mit zu hundertfünftigtausende Euro multipliziert?

00:17:34: Da müsste der Ingo das für mehrere Jahre in die Budgets einstellen um da weiterzukommen.

00:17:39: Also das heißt: Was will ich sagen?

00:17:41: Kurz und gut.

00:17:42: Die Geschichte ist oft da draußen, Nachhaltigkeit ist einfach wahnsinnig teuer!

00:17:48: Und letzten Endes, die Lösung ist, dass wir schauen das wird die Komplexität, und das ist auch das was wir glaube ich bei Circular Skills ganz gut hinbekommen haben, radikal reduzieren und dass wir den Unternehmen die Angst nehmen vor Kosten. Weil jedes Unternehmen, es darf am Schluss nicht sein, dass das Bauen durch Nachhaltigkeit noch teurer wird.

00:18:08: Dann ist es eine Katastrophe!

00:18:10: Dann ist die Nachhaltigkeit gescheitert.

00:18:12: Die Nachhaltigkeit muss dazu führen, dass man damit Erfolg hat und dass sie bezahlbar ist.

00:18:18: Ingo, du hattest ja auch schon von angesprochen, Peter du auch, dass wir den Markt hier beobachten und sehen,

00:18:22: auch hier herrscht ein gewisses Learning was jeden Tag wachsen muss?

00:18:27: Was war bei euch denn in letzter Zeit so das größte Learning?

00:18:30: Oder wo sagst du, Mensch, da ist es bei TOGE noch nicht so gut gelaufen.

00:18:34: Da müssen wir nochmal den nächsten Meter jetzt gehen?

00:18:37: Ja, das eine ist ja die Entscheidung zu treffen, gemeinsam mit ihr auf den Weg machen und dann hat man ja einen Wunschfahrplan und eine dementsprechende Zeitschiene.

00:18:46: Und wir wollten eigentlich noch zwanzigfünfundzwanzig, wollten wir mit dem Thema eigentlich durch sein oder fertig sein und es hat halt einfach nicht dorthin gereicht. Das muss man ganz ehrlich sehen, weil wir uns da vielleicht ein bisschen zu schnell auf dem Weg gemacht haben.

00:19:01: Wir haben vielleicht besonders was die Datensammlung angeht, die Komplexität, auch mit unseren Lieferanten, haben wir uns schneller vorgestellt.

00:19:07: Aber wir haben ja mehrere Teilnehmer die da zuarbeiten müssen, also nicht nur Im-Haus, sondern auch die Lieferanden.

00:19:14: Da wartet wir natürlich auf irgendwelche Antworten oder Daten die man dementsprechend zeitlich rechtzeitig bekommt.

00:19:20: Dann muss ich auch sagen, dann auch mal die Kommunikation zwischen uns und Circular Skills, war auch nicht immer hundert Prozent, das es funktioniert hat.

00:19:28: Also, gesagt ist nicht gleich verstanden, verstanden ist nicht leicht getan und so weiter.

00:19:32: Da hatten wir, glaube ich, auch einen großen Lerneffekt nach dem Motto: Nimm du den Ball, ich hab ihn sicher!

00:19:39: Es war sehr lebendig,

00:19:41: das ganze Thema. Ja, aber da haben wir glaube ganz gut, agil und flexibel reagiert Und haben wir aber auch keinen Druck gemacht auf das Thema so richtig. Wir haben es mal laufen lassen

00:19:51: und bis jetzt sind wir mit dem Ziel sehr sehr zufrieden, allerdings natürlich nicht in den Zeitplan.

00:19:59: Den wir eigentlich haben wollten.

00:20:00: Ich finde das toll, dass du das ansprichst,

00:20:02: dass ist der Schicksal des ersten Kunden.

00:20:05: TOGE war der erste Kunde, der mit uns das Thema umgesetzt hat.

00:20:09: Und wir mussten viel lernen – Gott sei Dank hat man einen sehr fairen Auftraggeber mit TOGE!

00:20:15: Aber wir sind auch, also wir hatten einen externen Dienstleister, der die EPD erstellt hat.

00:20:20: Die haben gesagt, ja wir machen das digital und super schnell und in sechs Wochen habt ihr die EPD.

00:20:26: Ich glaube noch...die Rechnung haben wir als Circular Skills bezahlt nach zwei Wochen.

00:20:32: Die Ergebnisse hatten wir nach vier oder fünf Monaten.

00:20:35: Die im Marketing sich aber damit positionierten, wir liefern besonders schnell.

00:20:39: Das mussten wir dann TOGE vorsichtig beibringen.

00:20:42: Und natürlich, auch eine wichtige Herausforderung, ist die Sprache.

00:20:48: Die Projektleiterin verantwortet bei euch im Haus auch das Marketing, also dass war meine Ansprechpartnerin und für mich auch zu lernen, wie wichtig es ist, die richtige Sprache von dem jeweiligen Menschen zu sprechen.

00:21:01: Der Produktentwickler spricht ne andere Sprache als die die aus dem Marketing kommt, als der Einkäufer oder als der Geschäftsführer.

00:21:08: Als vielleicht der Inhaber, dem der Laden gehört. Und das musst du berücksichtigen, ansonsten fährst du in Sandbett krachend.

00:21:17: Also ich kann euch beruhigen!

00:21:19: Datensammlung dauert immer am längsten,

00:21:22: da seid ihr nicht die einzigen, Ingo.

00:21:25: Das ist komplett normal.

00:21:27: Man hat mal nicht alle Daten und muss nochmal noch einmal eine Schleife drehen mit den Lieferanten,

00:21:30: dann ist die Qualität nicht gut, Dann ist...das ist normal.

00:21:34: Das es beim ersten Mal tut's weh, beim zweiten Mal ist schon leichter.

00:21:39: Peter, lass uns in dem Zusammenhang nochmal über euer zentrales Werkzeug sprechen, die Scorecard.

00:21:43: Was zeigt die denn, was EPDs nicht zeigen können?

00:21:46: Ach du meine Güte!

00:21:47: Also mein Co-Gründer hat sich vor drei Jahren hingesetzt.

00:21:55: Wir sind beides auch Bauherren von größeren Projekten und haben uns gefragt, wie kriegen wir Produkte ganzheitlich bewertet?

00:22:03: Der Ingo hat das Thema Wohngesundheit angesprochen, ist mir ein wichtiges Thema.

00:22:06: Aber wenn das Produkt mit Kinderarbeit produziert wurde, dann kann es noch so gesund sein,

00:22:10: dann will ich das nicht haben!

00:22:12: Wenn durch dieses Produkt, Flüsse oder Meere vergiftet werden, will ich dass nicht haben.

00:22:17: Wenn da unglaublich viel CO₂ gesetzt wird, dann will ich es nicht

00:22:20: haben.

00:22:22: Und da hat sich mein Co-Gründer, der Fabian hingesetzt, und hat tatsächlich tausend Seiten EU-Taxonomie gelesen und hat es geschafft aus diesen tausend Seiten einen Ein-Seiter zu machen, mit einer leicht verständlichen Scorecard.

00:22:37: Und die dem Hersteller, den Mitarbeiter, dem Team – das ist der erste Schritt – zeigt, wo stehen wir jetzt gerade und die dann später auch dem potenziellen Kunden zeigt, wo steht denn das Produkt?

00:22:52: Das heißt also der Architekt, der Einkäufer muss nicht mehr die EPD lesen, sondern er sieht auf einen Blick: Wie gut ist das Produkt?

00:23:01: Und zwar in Bezug auf alle sechs Transformationskriterien der EU-Taxonomie.

00:23:05: Da ist die ganze Welt neidisch drauf, was wir da in der EU haben. Also plus soziale Standards, also sechs plus eins und dann haben wir es ja auch noch geschafft, und das war kein leichter Weg,

00:23:15: aber dass auch gut so, dass er nicht leicht gewesen ist.

00:23:17: Dann haben wir halt mit euch TÜV Rheinland gemeinsam da drauf geschaut und haben geschaut, wie kriegen wir das so hin,

00:23:24: dass es auch wir eine Third Party, schon wieder ein Anglizismus.

00:23:28: Das ist also eine dritte Partei, dass bestätigt, dass das wahr ist, was wir als Circular Skills oder ein Circular Skills Advisor, das sind Ingenieurbüros die auch unseren Job machen mit unserer Scorecard.

00:23:41: Wenn sie zu einem Ergebnis kommen dann ist es das Eine,

00:23:45: aber dass man dann auch wirklich sagt, es ist wahr.

00:23:48: Dafür sind wir... Wir haben ein Standard entwickelt und sind jetzt Standard-Owner und der TÜV Rheinland kann das entsprechend auditieren und dadurch kriegt das einfach nochmal ganz andere Bedeutung gerade für sehr große Auftraggeber und Unternehmen.

00:24:03: Bahar, bei dieser Nachhaltigkeitstransformation was würdest du denn Unternehmen raten, die hier gerade erst am Anfang stehen?

00:24:11: Ja, gute Frage.

00:24:12: Wichtig ist glaube ich, dass man weiß welche Anforderungen einem eigentlich begegnen.

00:24:18: In welcher Branche bin ich?

00:24:20: Wer sind meine Kunden?

00:24:22: Welche Anforderung habe ich?

00:24:23: Sind es jetzt Geschäftspartner, Finanzpartner, sind es Investoren?

00:24:27: Sind das meine Kunden?

00:24:29: um dann wirklich eine Bestandsaufnahme zu machen und zu schauen was brauche ich und was hab' ich eigentlich schon?

00:24:35: Ich glaube das fehlt und diesen Schritt überspringen viele, weil wir häufig sehen, dass eher Feuer gelöscht werden.

00:24:42: Ich habe eine Anfrage, ich muss jetzt schnell die Daten holen und wenn man die Zeit hat, die Zeit sollte man sich nehmen, dann mit einer Bestandsaufnahme anfangen. Weil man dann genau sehen kann, okay wie kann ich eigentlich meine Themen priorisieren?

00:24:57: Das heißt also, auch hier sollte man nicht auf Perfektion warten.

00:25:01: Also es ist ... Man hat nie ein hundert prozentiges Bild und man kann nie eine hundert prozentige Aussage treffen was eben schon sehr treffend formuliert.

00:25:08: Das ist eine Transformation,es ist ein Prozess den man im Unternehmen starten muss. So dass heißt, man muss auch, das hast du eben angesprochen, Peter,

00:25:17: mit Schulungen und man muss auch Verantwortlichkeiten definieren und sagen okay wo will ich hin?

00:25:23: Was ist mein Ziel?

00:25:25: Welche Maßnahmen muss ich umsetzen und wer es eigentlich für was zuständig?

00:25:29: Auch das unterschätzt man total häufig, weil wenn ich jetzt nicht die Verantwortung habe mich um eine Kennzahl beispielsweise zu kümmern aus der Produktion beispielsweise, dann bin ich da vielleicht auch nicht so hinterher, wie, wenn es heißt ja wir wollen als Beispiel zu TOGE jetzt den Weg gehen.

00:25:47: Aber wenn wir alle mitnehmen, ist das glaube ich noch mal einfacher.

00:25:49: Und dann natürlich das Thema okay was steht eigentlich dahinter?

00:25:53: Du hast eben angesprochen Wissen aufbauen, Skills bilden, auch die Mitarbeitenden unterstützen, zu verstehen was sie tun müssen.

00:26:01: Ich denke dass ist super wichtig.

00:26:02: Und dann natürlich auch gucken, wie kann nicht eigentlich mein Plan strukturiert umsetzen?

00:26:07: Also ich habe eben von Prios gesprochen auch zu gucken: Gibt es vielleicht Management-Systeme, die ich implementieren muss?

00:26:13: Gibt's Standards, die ich nutzen kann?

00:26:16: Gibt das Branchenstandards?

00:26:18: Gibt es... Vielleicht auch mal gucken was macht eigentlich der Verband in dem ich organisiert bin?

00:26:22: Gibt es da vielleicht auch Leitlinien, weil beispielsweise viele Verbände ie Hotspots der Branchen sehr genau kennen mittlerweile. Im Nahhaltigkeitsbereich.

00:26:31: Auch das lohnt sich, um da wirklich einfach systematisch sich der ganzen Sache zu

00:26:36: nähern.

00:26:36: Ich würde dazu gerne noch eine Sache ergänzen, die wieder zeigt wie wichtig Kommunikation ist.

00:26:42: Also wenn ich ein Unternehmen kaufe, dann möchte ich als Investor wissen: Ist dieses Produkt was dieses Unternehmen produziert zukunftsfähig?

00:26:51: Darf dieses Unternehmen überhaupt noch in drei vier Jahren dieses Produkt in Europa produzieren?

00:26:55: Das würde ich gerne wissen, bevor ich einen sieben acht neun stelligen Betrag für ein Unternehmen bezahle.

00:27:02: Wenn ich ein Produkt für einen Projekt haben möchte, als großer Bauinvestor, dann schaue ich aus einer ganz anderen Perspektive drauf.

00:27:10: Der Handel der ein Produkt einkauft.

00:27:12: Also jeder schaut mit einer anderen Zielsetzung darauf und jeder braucht eine entsprechend zielgerichtete Ansprache und Nutzenorientierung.

00:27:22: Und ich stelle oft fest in unsere Nachhaltigkeitsbranche: Da kommt jemand, egal was.

00:27:30: Und wir als Dienstleister, also nicht wie wir hier am Tisch sitzen.

00:27:31: Aber was ich häufig erlebe, dann wird Lösungschema F zack!

00:27:36: Es wird keine einzige Frage gestellt. Für wen brauchst du das?

00:27:39: Warum brauchst Du das?

00:27:40: Warum sitzt Du jetzt vor mir?

00:27:42: Was hilft Dir wirklich im nächsten Schritt?

00:27:45: Und das ist von elementarer Bedeutung, weil ansonsten habe ich am Schluss eine EPD, weiß gar nicht was da drinsteht, weiß nicht wie ich das interpretieren kann. Hab dafür fünfzehn zwanzig fünfundzwanzigtausend Euro bezahlt, interne Ressourcen gebunden und dann habe ich sie halt irgendwo rumliegen.

00:28:01: Ich krieg nicht gesagt, wie wichtig das ist, dass Sie auch KI-auffindbar auf meiner Webseite etc.

00:28:07: pp.

00:28:08: Also was mache ich im Marketing damit?

00:28:10: Also das sind alles Sachen, die müssen intelligent abgefragt werden und da gehört dann auch eine entsprechende Führung des Kunden mit dazu.

00:28:18: Ja genau das meine ich mit systematischem Ansatz. Weil es gibt ja auch zwei Ebenen.

00:28:23: Es gibt einmal die Unternehmensebene, wenn ich zum Beispiel Produktionsstandorte in vielleicht Hochrisikoländern habe dann hab' ich unter Umständen auch soziale Themen, hab Arbeitsschutzthemen etc.

00:28:34: Wenn wir auf die Produktebene gehen, gibt es Produzenten, die haben wirklich hunderte von Produkten.

00:28:40: Auch da muss man eine Entscheidung treffen, mit welchen starte ich denn?

00:28:43: Was sind meine Cash Cows und was sind die Top drei Produkte?

00:28:47: Wo ist auch der größte Bedarf?

00:28:48: Und wo gibt es vielleicht auch Regulierung, die direkt greift?

00:28:52: Und da muss man sich ganz am Anfang einfach ein Bild machen.

00:28:55: Ich sage mal, man muss die Karte zeichnen und dann die Wege finden um dann letztlich die Orientierung zu finden.

00:29:02: Das ist für mich wirklich der allererste Schritt.

00:29:05: Ja, Bahar wo du gerade Regulierungen noch mal ansprichst, welche Entwicklungen sind denn, Peter aus deiner Sicht, für die Baubranche gerade jetzt die wichtigsten?

00:29:13: Auch da, es tut mir leid, dass ich immer keine klare digitale Antwort auf deine Frage habe.

00:29:19: Habe ich es mit dem Produzenten zu tun, der am Schluss in Richtung Konsumenten verkauft?

00:29:25: Für den ist momentan viel Bewegung da in Richtung EmpCo, die im September glaube ich rechtskräftig wird oder August. Und es kommt darauf an, welche Richtlinien in Verordnungen sind für mich relevant?

00:29:39: Ich kenne große DIY Konzerne die natürlich extrem in Richtung Konsument.

00:29:44: Da ist momentan richtig die Hölle los, in Richtung EmpCo.

00:29:48: Dann gibt es die Textilrichtlinie, die ich glaube seit einem Jahr oder anderthalb Jahren gültig ist.

00:29:54: Also auch hier musst du schauen: An wen verkaufe ich?

00:29:58: In welcher Branche bin ich?

00:30:00: Für wen brauche ich eine Lösung und wie beweise ich dass diese Lösung wahr ist?

00:30:05: Ich denke gerade auch in Zeiten von KI, und da bin ich froh auch über die Zusammenarbeit im TÜV Rheinland,

00:30:13: behaupten kann nicht viel, ist es wirklich wahr?

00:30:16: Dafür macht's Sinn mit jemandem zusammenzuarbeiten der schaut, 

00:30:19: ist das wirklich

00:30:19: wahr?!

00:30:20: Also insofern sorry dafür, dass sich dir keine klare Antwort geben kann.

00:30:24: Man muss immer individuell schauen was die Bedürfnislage des jeweiligen Herstellers... Es gibt Hersteller die verkaufen gar nichts in Richtung Konsument.

00:30:33: Dem brauche ich nicht mit

00:30:33: der EmpCo zu kommen.

00:30:35: Sehr gut. Können wir nur unterstützen, dass man wirklich den Kunden im Fokus hat und hier klar auf die Signale einfach schaut.

00:30:42: Ingo, wenn wir noch mal über das Thema Signale sprechen und den Markt, ihr erfahrt ja gerade noch relativ wenig Marktdruck?

00:30:49: Wann glaubst du, kippt das Ganze?

00:30:52: Ich kann dir wahrscheinlich genauso eine gute Antwort geben wie der Peter gerade eben.

00:30:56: Ich weiß es nicht zu hundert Prozent!

00:30:58: Ich bin mir nicht ganz sicher.

00:30:59: Also ich war letzte Woche zufällig in Skandinavien unterwegs.

00:31:04: Für ein paar Kunden oder ein paar größeren Kunden, die wir eigentlich für uns gewinnen wollten oder möchten. Und da war wirklich in fast jedem Gespräch, haben wir das Thema auf den Tisch gelegt und die waren sehr affin in die Richtung.

00:31:15: Also bei einem Kunde war es wirklich so ein toller Global Player, ja Preis ihr seid zu teuer

00:31:21: etc.,

00:31:21: Portfolio ist gut, aber eigentlich sei der vielleicht eventuell auch im Wettbewerb, weil wir eigentlich immer über den Handel gehen nicht direkt.

00:31:30: Und dann kam das Thema EPDs auf dem Tisch, Nachhaltigkeit, usw. und da muss ich sagen, haben wir dann schon irgendwo ein Block gesetzt und das hat die dann doch interessiert.

00:31:41: Wir hatten aber nicht so viel Zeit um jetzt die ganzen Dinge durchzugehen.

00:31:45: Im September gibt es jetzt einen Folgetermin und das hätte man wahrscheinlich, wenn mir das Thema nicht angegangen wären, hätten den zweiten Termin nicht bekommen.

00:31:52: Also eine Riesenchance.

00:31:54: Aber insgesamt sind dort oben, auch wenn man die Unternehmen reinläuft, viele Nachhaltigkeitsthemen,

00:31:59: die machen Werbung damit. Und sind etwas weiter wie wir. Ich weiß es nicht, ich kann es nicht genau sagen - kann sein in einem Jahr zwei, drei.

00:32:07: Es kommt immer auf den Kunden an und wir es Ernst er es meint mit dem ganzen Thema.

00:32:11: Grundsätzlich muss man ja kein esoterischer Stuhlkreisbilder sein um zu erkennen, dass wir so nicht weitermachen können mit unseren Ressourcen.

00:32:21: Das ist definitiv so.

00:32:23: Und ich glaube das war beides ganz gut in die Wirtschaft, die Bauwirtschaft mit Nachhaltigkeit ganz gut gemeinsam in Kraft kriegen können,

00:32:32: und müssen

00:32:33: Was ist eurer Meinung nach der größte Irrtum, den Bauunternehmen heute in Sachen Nachhaltigkeit haben?

00:32:39: Bahar.

00:32:40: Ja, ich starte gerne.

00:32:41: Also ich glaube der größste Irrturm ist wirklich, dass es heißt Nachhaltigkeit bringt nichts,

00:32:46: es zu teuer, machen wir nicht.

00:32:48: Nachhaltigkeiten ist kein Thema dass wir verschieben können, weil alle die, das Thema gar nicht angehen sei jetzt egal aus welcher Richtung aus Unternehmens- oder Produktsicht wird es meiner Meinung nach in zehn Jahren nicht mehr auf dem Markt geben.

00:33:01: Aus meiner Sicht der größte Irrtum ist momentan, dass das Thema vielleicht politisch weggemacht wird, damit es unserer Wirtschaft endlich besser geht und das verstehen zunehmend, dass ich als Finanzinstitut einfach keine Refinanzierung bekomme.

00:33:22: Das sickert so ganz langsam bei der Industrie ein und im nächsten Schritt wird es bei den Bauunternehmen einsickern, dass es einfach ums Geld geht und dass man dann Lösungen suchen muss.

00:33:34: Und was ja typisch ist für uns als Homo sapiens, wir fangen in der Regel dann an zu agieren, wenn die Ausschreibung auf dem Tisch liegt... ...und da steht das jetzt vorne drin, dass ich das machen soll.

00:33:45: Dann muss sich innerhalb von vier bis sechs Wochen all das nachholen so und dann wird es eng!

00:33:52: Ich glaube, das Thema Nachhaltigkeit wird immer verbunden sein mit Regulierungen

00:33:57: aufgesetzt vom deutschen Staat, der EU usw.. Es sind immer irgendwelche, das was wir gerade eben besprechen

00:34:04: sind einige Regularien in irgendeiner Form und keiner tut sich ja gerne irgendwas vorschreiben lassen.

00:34:10: Jetzt gehe ich nochmal an die Basis des Handwerks.

00:34:12: Wenn Sie heute mit dem Zimmermann oder einem Schreiner sprechen, der sagt: Ich arbeite hundertprozent nachhaltig in diesem ganzen Thema.

00:34:20: Der macht sich da überhaupt keine Gedanken drüber.

00:34:23: Und ich glaube das es halt insgesamt wirklich unheimlich schwierig ist.

00:34:26: Dann das Thema alleine:

00:34:28: das Wort Nachhaltigkeit ist ja so komplex.

00:34:31: Was meine ich denn mit Nachhaltigkeit?

00:34:32: Ist Nachhaltigkeit eine Firma, die seit sechzig Jahren schon auf dem Markt ist? Das ist auch eine Art Nachhaltigkeit. Oder Richtung Nachhaltigkeit in den Ressourcen und Umgang mit den Ressourcen in der Bauwirtschaft?

00:34:43: Das ist wieder was anderes, weil irgendwann werden die weniger.

00:34:47: Deswegen denkt man an reversibles bauen mittlerweile.

00:34:50: Tolle Projekte, tolle Konzepte da und so weiter.

00:34:53: Aber wer macht sie dann im Endeffekt?

00:34:55: Momentan werden Häuserbrücken immer noch abgerissen, die dann in irgendeiner Form verschrottet und es wird wieder neu gebaut.

00:35:01: Aber einer muss anfangen?

00:35:03: Ja richtig!

00:35:04: Natürlich

00:35:04: klar.

00:35:04: Deswegen finde ich das auch toll.

00:35:05: Ingo, ich finde das super dass ihr euch da auf den Weg gemacht habt.

00:35:08: Ich habe das jetzt eben ein bisschen krass formuliert:

00:35:10: diese Unternehmen wird es nicht mehr geben.

00:35:11: Vielleicht kann ich das kurz erläutern warum

00:35:13: ich glaube dass das so ist.

00:35:15: Wir haben zum einen den regulatorischen Druck und da ist ja immer das Argument ja betrifft mich nicht, weil ich falle nicht unter die Regulierung.

00:35:23: Ist falsch, ne?

00:35:24: Weil man ist Teil der Lieferkette und irgendwann kommen die regulatorischen Anforderungen auch auf mich zu.

00:35:30: Das heißt, dann habe ich nämlich genau die Dinge, die ich liefern muss.

00:35:34: Dann haben wir das Thema Ressource, was du angesprochen hast, und wenn die Ressourcen weniger werden, werden die Rohstoffe teurer.

00:35:44: Das heißt, auch der Markt wird sich darüber regulieren.

00:35:47: Das heißt, ich habe wieder höhere Kosten.

00:35:49: Wenn ich keine Alternativen habe, bin ich sehr kostenabhängig und die Baubranche ist eine sehr kosten- und preissensible Branche.

00:35:56: Da muss man heute schon – das hat mich gefreut, dass du es genauso gesagt hast -, dass du intrinsisch motiviert bist und gesagt hast, Ressourcen sind ein Thema!

00:36:05: Davon können wir uns nicht freisprechen.

00:36:06: Da ist auch der Schreiner mit seinem Holzhandwerk betroffen.

00:36:10: Dass man dann sagt, gut aber es muss Alternativen geben, weil es gibt bestimmte Ressourcen.

00:36:16: Da wissen wir – das ist wissenschaftlich belegt – die wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben?

00:36:22: Vielleicht auch noch eine Ergänzung von mir.

00:36:24: Wir hatten mit einem sehr, sehr renommierten Fachhandelsunternehmen aus dem Heizungs-Sanitärbereich in Freiburg ein Seminar zum Thema Nachhaltigkeit auf die Baustelle holen.

00:36:38: Wie kriege ich die Hände auf der Baustell integriert?

00:36:43: Weil die grüne Transformation findet halt nun mal auf der Baustelle statt.

00:36:46: Nicht am grünen Tisch mit einem tollsitzenden Anzug und einer teuren Armbanduhr, die findet auf der Baustelle im Blaumann statt.

00:36:54: Und dann haben sie einen Seminar gemacht für GU's, also für Bauunternehmen.

00:36:59: Das war ein Test, das Ding war ausverkauft. Es waren es war einfach voll.

00:37:06: Das ist bis zum Vorstand hocheskaliert, weil dann die Bauunternehmen gesagt haben, endlich geht es darum Komplexität zu reduzieren.

00:37:13: Endlich geht es da drum das wir verstehen:

00:37:17: Wie funktioniert das Thema?

00:37:19: Also da haben wir alle viel zu tun, dass wir diese Leistungskettenglieder, den Fachhandel und das Fahrhandwerk, mit dazu holen.

00:37:27: Das andere Thema ist: Ich habe inzwischen im Rahmen eines Pilotprojektes zwei, dreihundert Handwerksunternehmen.

00:37:35: Ich hatte hier in Köln vor drei Wochen ein Seminar mit siebzig Unternehmern.

00:37:40: Da hab ich gefragt was denkt ihr:

00:37:41: Woher kommt die Nachhaltigkeit und warum ist die da?

00:37:45: Ja das bestimmt Robert Habeck!

00:37:48: Das war die erste Antwort.

00:37:49: Das haben wir Robert Habeck zu verdanken Und dann habe ich gesagt, super jetzt geht's los.

00:37:53: Jetzt sind wir an dem richtigen Punkt zu diskutieren.

00:37:56: Und als die verstanden haben, es geht darum ein Betrieb sicherer zu machen,

00:38:00: es geht darum die EU resilienter zu machen.

00:38:03: Es geht da drum meinem Kunden Lösungen anzubieten, die mein Kunde versteht und auch dem Handwerk klarzumachen wie mächtig das Handwerk ist.

00:38:13: Da wird entschieden ob da eine TOGE Bauschraube oder eine Wettbewerbsschraube.

00:38:18: Das entscheidet der Handwerker am Tresen beim Handel, nicht der Ingenieur, nicht der Architekt.

00:38:25: Das heißt also hier das in die Praxis zu holen und das tut dem Handwerker auch ganz schön gut, zu merken wie mächtig er ist.

00:38:35: Weil wenn ich das so umgangssprachlich sagen darf shit-in, shit out.

00:38:40: So ist es einfach wenn ich ein Gebäude mit irgendwelchem Zeug baue, was irgendwo aus Fernost kommt, nicht qualitätsüberwacht ist, dann höre ich es abends in der Tagesschau, reibe mir verwundert die Augen.

00:38:51: Und dann habe ich halt Unternehmen die produzieren in Deutschland,

00:38:54: halten sich an soziale Regeln, halten sicher an ganz viele Regeln die wir in der EU haben.

00:38:58: Damit entsteht ein Qualitätsprodukt und das müssen wir verstehen!

00:39:02: Und damit machen wir unseren Markt

00:39:05: resilienter.

00:39:06: Ingo, wenn du mit einem anderen Geschäftsführer in der Baubranche sprichst, der wirklich hier noch gar nicht angefangen hat bei dem Thema... Was sagst du ihm?

00:39:15: Gute Frage.

00:39:16: Was sage ich ihm von dem her?

00:39:17: Habe ich überhaupt schon mal mit ihm über das Thema in dieser Komplexität, was wir machen eigentlich gesprochen?

00:39:23: Nee eher ... Ja nicht.

00:39:24: aber was würde ich ihm sagen?

00:39:25: Punkt eins: also er kommt nicht drum herum, es wird irgendwann mal kommen ja und dann Vorbereitung ist,

00:39:31: also haben ist besser als brauchen.

00:39:32: Vorbereitungen ist glaube da des A&O.

00:39:36: Dann würde ich ihn beruhigen. Das ist klar. ein bisschen Zeit- und Kostenressourcen kann man einfach aufbringen muss Aber das Ganze nicht ganz so komplex ist, wie er sich das vorstellt.

00:39:48: Im Nachhinein muss ich sagen hat es trotz allem auch gut funktioniert, bis auf die zeitliche Schiene teilweise und wenn er wichtig sind seine Mitarbeiter dass sie da mitziehen, die müssen richtig abgehoht werden.

00:40:00: Und ich habe tolle Mitarbeiter und Führungskräfte, die da wirklich toll mitzogen haben.

00:40:05: Die haben sich dann auch reingekniet und haben dann einmal mehr hinterfragt wie es eigentlich sein sollte.

00:40:11: Ich kann das jetzt auch nicht beantworten, ruf den Peter an.

00:40:12: Das hat aber wirklich so auf der Schiene ganz gut funktioniert.

00:40:16: Also keine Angst vor dem Thema meiner Meinung nach, das kriegt jeder hin.

00:40:19: Je nachdem natürlich viel großer ein Unternehmen ist vom dreiman Betrieb, sondern natürlich im fünftausendman Betrieb oder mehr... Das ist natürlich dann ein bisschen komplexer, je nachdem wieviele Produkte ein Betrieb natürlich im Programm hat.

00:40:30: Aber ich sage mal, im Nachhinein muss ich sagen: Es ist eine gute Sache, ein Must-have und keine Angst vor dieser Veränderung.

00:40:37: Ich glaube die wird so oder so kommen.

00:40:38: Und was vielleicht ihm noch sagen würde?

00:40:41: Dann sag ich das gibt immer zwei Möglichkeiten.

00:40:43: Verändern muss er sich irgendwann, einmal wenn er Druck kriegt, vom Markt, dann ist er oft aber schon hinterher, dann läuft er den Wettbewerb hinterher oder er begeistert sich halt für irgendwas.

00:40:55: Und das Thema finde ich einfach rauer und das war meine intrinsische Motivation, ich find' es gut!

00:41:00: Für mich ist es sinnhaftig das Ganze und die Vorbereitung für die Zukunft – und ich glaube dass wir da vielleicht als ein oder andere dann doch einen Schritt voraus sind.

00:41:12: Ja also wenn du das zusammenfassen darf, ist das etwas was du auf jeden Fall nochmal starten würdest,

00:41:17: genauso vielleicht mit ein paar Stellschrauben.

00:41:21: Kannst du denn auch vielleicht ein bisschen stolz drauf sein, was ihr bis hierhin schon geschafft habt?

00:41:26: Oder sagst du eher, ich sehe eigentlich nur das, was noch fehlt und dass wir es nur noch machen, das müssen wir noch machen?

00:41:31: Das sehe ich eigentlich gar nicht, was noch fehlt.

00:41:33: Ich glaube, dass wir jetzt an einem Standpunkt sind, wo wir relativ gut aufgestellt sind. Natürlich kann man da stolz sein auf das was man gemacht hat.

00:41:42: Es hat halt, Peter diskutiert das auch immer mal wieder.

00:41:44: Es hatte noch keine Wirkung und die wird kommen, bin ich fest davon überzeugt.

00:41:48: Aber wie gesagt, wir haben es jetzt in der Tasche, wir werden auch noch einen Schritt mit euch wahrscheinlich weitergehen, so wie es aussieht.

00:41:53: Das ist der nächste Schritt

00:41:54: dann und an dem Thema definitiv weiter

00:41:58: arbeiten, aber auch natürlich in der Unternehmenssprache.

00:42:01: Auch im Marketing und so weiter das Thema immer mehr einsetzen.

00:42:03: Wir gehen nächstes Jahr wieder auf die Fastener Fair (Stuttgart), da wird das ein großes Thema sein.

00:42:07: Dort haben wir es hundertprozentig Peter.

00:42:11: Und ja da gucken wir mal, weil wir ein international agierendes Unternehmen sind also wir haben auch Kunden in Neuseeland und Australien.

00:42:17: Der Kernmarkt ist Europa natürlich, aber wir sind auch auf anderen Kontinente unterwegs und da kommen unsere Kunde auch und wir gucken wie die das Ganze uns dann widerspiegeln.

00:42:26: Und im Endeffekt entscheidet sowieso der Kunde, ob wir es richtig macht haben oder nicht.

00:42:30: Ob er sich dafür interessiert oder nicht?

00:42:32: Denn im Endefekt ist der Kunde ja das Wichtigste und wenn wir dann solche Arbeiten abnehmen können, damit die sich nicht mit dem Thema befassen müssen, dann ist doch alles gut,

00:42:39: dann ist es ein Win-Win Situation.

00:42:42: Ich würde, Max, gerne deine Frage nochmal aufgreifen.

00:42:45: Was würdest du einem Geschäftsführer sagen, wenn er vor dir stünde?

00:42:49: Ich würde die Frage gern auch mal an dich stellen Peter.

00:42:52: Wir haben ja von der Scorecard gehört und das ist ja eigentlich ganz elegant.

00:42:57: Was machst Du denn

00:42:57: oder wie überzeugst Du denn einen Geschäftsführer, der sagt: Ja das ist jetzt noch ein Tool!

00:43:04: Was soll ich denn jetzt noch damit?

00:43:06: Also das erste was wir zeigen ist, dass es extrem einfach ist, dass und das ist für Geschäftsführer wahnsinnig wichtig,

00:43:16: wir haben das auch von Ingo heute gehört.

00:43:18: Das ist toll, dass der Geschäftsheuer das Thema toll findet,

00:43:21: aber wenn das Team ihm zurückgemeldet hätte, wir haben da einfach keinen Bock auf das Thema. Weil zu komplex, 

00:43:26: weil vielleicht die andere Seite etwas überheblich um die Ecke kommt, dann hat das Thema keine Chance.

00:43:34: Das heißt du musst das Team einfach auch aktivieren.

00:43:37: Und wie gesagt, zur allererst die Arbeit darf nicht ausschließlich im Unternehmen liegen.

00:43:43: Das ist die Herausforderung des Dienstleisters dem Unternehmen, dem Geschäftsführer, dem CEO zu helfen, dass das Team auf der richtigen Bahn geführt wird.

00:43:53: Dann würde ich ihm sagen: Es ist bezahlbar!

00:43:55: Wir haben knallhart daran gearbeitet, dass es bezahlbar ist.

00:43:59: Das es eine Produktbewertung im niedrigen vierstelligen Bereich ist.

00:44:04: Auf einmal wird es möglich!

00:44:07: Die Mutter von TOGE hat hunderttausende von Produkten, da brauchst du eine Lösung die schnell und einfach unbezahlbar ist.

00:44:16: Wir arbeiten momentan daran, dass, wir sind im Prinzip jetzt seit letzter Woche soweit, das Unternehmen erstmal einen Quick Check tatsächlich auf dem Sofa machen kann.

00:44:26: Wo steht mein Produkt jetzt gerade?

00:44:29: Und dann versteht auch meine Kunde was ich damit gemacht habe.

00:44:33: Auch ganz wichtig, weil wenn ich dann etwas habe was in der Schublade liegt, war es ein teures Geld und was ich merke was eine zunehmende Bedeutung hat, Produkte werden in Zukunft nicht mehr durch Menschen ausgewählt werden.

00:44:46: Produkte werde durch KI gesucht werden.

00:44:49: Also ich glaube dass Datenbanken in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen werden.

00:44:54: Die Verantwortung wird zu den Herstellern gehen.

00:44:57: Wenn TOGE das gemacht hat, dann muss TOGE auf der TOGE-Webseite die Informationen bereithalten.

00:45:03: Aber bitte so, dass die KI sie findet!

00:45:06: Weil wenn die KI dann an TOGE vorbeischaut und das Produkt bei einem anderen findet, der vielleicht gar nicht so gut ist wie TOGE, aber die KI ist halt auch nur eine KI.

00:45:17: Das heißt also hier zu schauen, dass du das Thema so aufbereitest, dass die KI das Thema versteht, weil ein Haus besteht aus Tausenden von Produkten,

00:45:28: dass kann ein Menschen überhaupt gar nicht leisten.

00:45:32: Wenn ein Mensch alle EPDs, die in einem Haus verarbeitet werden lesen soll, dann macht er für ein zwei Jahre nichts anderes.

00:45:39: Das heißt also hier auch zu schauen: Wie steht der Markt heute? und Wie wird der Markt in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten sich entwickeln?

00:45:47: Und jetzt nochmal für alle Geschäftsführer da draußen vielleicht noch mal in einem Satz:

00:45:51: Komplexität einfordern, dass sie radikal reduziert wird und dass es Lösungen gibt, die bezahlbar sind.

00:45:59: Und Lösungen wo auch dem Team danach Spaß machen.

00:46:03: Ja ich glaube Peter das war eine richtig gute Zusammenfassung.

00:46:06: Aber wir reden ja nicht nur über Geschäftsführer in der Baubranche oder?

00:46:10: Wir reden ja auch über einen Tool, das über verschiedene Branchen hinweg auch funktioniert.

00:46:15: Wir reden über alle Wirtschaftsbereiche die es in Europa gibt außer Food und das macht mir so ein Spaß, dass wir auch viele neue Branchen kennenlernen.

00:46:26: Weil die Baubranche ist wichtig, aber sie ist nicht die einzige.

00:46:31: Peter, Circular Skills, was ist euer nächster großer Schritt?

00:46:34: Der nächste große Schritt ist, wir haben die ersten Programme entwickelt, die dazu führen, wir haben das mit KI gemacht, dass die ganze Bewertung über die Scorecard, über die KI laufen und dann natürlich von Menschen überprüft werden.

00:46:50: Und dann wird es von einem fremden Dritten, wie zum Beispiel dem TÜV Rheinland angeschaut:

00:46:57: Ist es wirklich wahr?

00:46:58: Das ist jetzt der nächste Schritt, also aus der Handarbeit in die digitale Arbeit zu kommen, weil das nochmal radikal die Kosten weiter reduziert und auch den Aufwand für das Unternehmen signifikant senkt.

00:47:12: Ingo, Peter vielen Dank!

00:47:14: Und danke auch an dich Bahar für die Fragen, die das Gespräch wirklich noch mal eine tolle Tiefe geführt haben.

00:47:19: Was ich heute mitnehme?

00:47:21: Erstens:

00:47:22: Nachhaltigkeit in der Baubranche ist keine Frage des Ob mehr, sie ist eine Frage des Wann und Wie!

00:47:29: Die Regulierung kommt, der Markt folgt und wer wartet bis der Druck unausweichlich ist, fängt zu spät an.

00:47:36: Zweitens: Eine EPD ist kein Zertifikat, sie ist eine Bestandsaufnahme.

00:47:40: Was zählt ist das Gesamtbild: Wo steht das Unternehmen?

00:47:44: Was fehlt noch?

00:47:46: Was muss priorisiert werden?

00:47:47: Und genau das macht eine Scorecard sichtbar.

00:47:50: Und drittens: der härteste Teil ist nicht die Messung, sondern die Übersetzung. Vom CEO zum Handwerker, vom Nachhaltigkeitsbericht bis zum Verkäufergespräch.

00:48:02: Wer diese Übersetzungsarbeit leistet gewinnt langfristig den Markt!

00:48:08: An euch liebe Hörerinnen und Hörern, wenn ihr euch fragt wo euer Unternehmen in der Baubranche eigentlich steht, dann seid ihr genau an dem Punkt, an dem Transformation beginnt.

00:48:20: Danke fürs Zuhören!

00:48:21: Wenn ihr künftig besser verstehen wollt wie ihr Nachhaltigkeit noch besser in eure unternehmerische Praxis integrieren könnt, dann abonniert BusinessShift.

00:48:31: Wir bringen euch die wichtigsten Perspektiven rund um nachhaltige Unternehmensführungen, Innovation und Transformation ressourceneffizient direkt in euren Gehörgang.

00:48:41: Weiterführende Infos zu der heutigen Folge gibt es wie immer in unseren Show Notes.

00:48:46: Ich bin Max Birkenmeier und sage, die Zukunft wartet nicht.

00:48:50: Also lasst uns anfangen sie aktiv zu gestalten!

00:48:54: Bis zum nächsten mal Euer BusinessShift

00:48:56: BusinessShift! Einfach machen. Einfach machen.

00:49:00: Der Podcast für Entscheider und Führungskräfte die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit nachhaltig beschäftigen wollen. Bleibt neugierig.

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