Folge 19: BusinessShift - Virtuelles Wasser: Der unsichtbare Verbrauch in globalen Lieferketten by TÜV Rheinland

Shownotes

Wie viel Wasser verbraucht ein Unternehmen wirklich – wenn der größte Teil davon gar nicht am eigenen Standort entsteht? Und warum wird genau dieses unsichtbare „virtuelle Wasser“ zunehmend zum Risiko für Lieferketten, Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeitsstrategien?

In dieser Folge von BusinessShift, dem Nachhaltigkeits-Podcast von TÜV Rheinland People & Business Assurance, spricht Gastgeber Max Birkenmeier mit Dr. Bahar Cat-Krause, Global Head of Sustainability bei TÜV Rheinland People & Business Assurance, über Wasserstress, virtuelle Wasserverbräuche und die Frage, warum Unternehmen ihren Wasserfußabdruck endlich ganzheitlich betrachten müssen.

🔍 Themen der Folge:

  • Wie unsichtbarer Wasserverbrauch entlang der Lieferkette entsteht – und warum er strategisch relevant wird
  • Weshalb Wasserstress längst Realität ist und nicht erst ein Zukunftsszenario
  • Was blaues, grünes und graues Wasser über Risiken und Verschmutzung verraten
  • Warum der größte Hebel meist außerhalb des eigenen Standorts liegt
  • Wie Unternehmen mit Daten, Lieferanten und Managementsystemen ins Handeln kommen
  • Welche Rolle ISO 46001, Water Footprint und geografische Risikobewertungen spielen
  • Warum Wasser künftig Geschäftsmodelle, Produktdesign und Standortentscheidungen verändern kann

Diese Episode macht deutlich: Wasser ist mehr als eine Umweltkennzahl. Es ist ein Risikofaktor, ein Steuerungsinstrument und ein Schlüsselthema für zukunftsfähige Unternehmen.

📌 Kapitelübersicht

00:00:27 Warum Wasser das nächste große Nachhaltigkeitsthema wird 00:02:44 Virtuelles Wasser im Alltag 00:04:10 Blaues, grünes und graues Wasser erklärt 00:05:35 Warum Unsichtbarkeit zum Geschäftsrisiko wird 00:07:08 Der größte Hebel liegt in der Lieferkette 00:09:06 Daten als Grundlage für Wassermanagement 00:12:00 Wasser als strategisches Unternehmensrisiko 00:16:33 Was der Water Footprint wirklich misst 00:21:11 ISO 46001 und systematische Wassereffizienz 00:24:42 Erste Schritte gegen den blinden Fleck 00:28:29 Wie Wasser Geschäftsmodelle verändert 00:30:02 Fazit und Schlussgedanken

📌 Mehr erfahren:

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Transkript anzeigen

00:00:04: Der Podcast für Entscheider

00:00:10: und Führungskräfte, die

00:00:11: sich mit dem Thema Nachhaltigkeit

00:00:13: nachhaltig beschäftigen wollen.

00:00:17: Herzlich willkommen zu BusinessShift, dem Nachhaltigkeits-Podcast von TÜV Rheinland People & Business Assurance!

00:00:23: Mein Name ist Max Birkenmeier und ich freue mich euch durch diese Folge zu begleiten.

00:00:27: Wir sprechen heute über Wasser.

00:00:29: Genauer gesagt – Wasser das wir gar nicht sehen Denn während wir viel über CO² reden, bleibt eine zentrale Ressource oft unsichtbar.

00:00:39: Der Wasserverbrauch entlangt der gesamten Wertschöpfungskette!

00:00:42: Bei mir ist Dr.

00:00:43: Bahar Cat-Krause Global Head of Sustainability bei TÜV Rheinland People & Business Assurance.

00:00:48: – Bahar, danke für deine Zeit!

00:00:51: Hi Max, ich freue mich bei dem spannenden Thema heute als Expertin dabei zu sein.

00:00:56: Ja total!

00:00:57: Lass uns doch gleich einsteigen….

00:00:59: Warum ist das Thema jetzt so wichtig?

00:01:01: Das Thema zeigt sich eigentlich überall.

00:01:04: Also mit Dürren, mit Überschwemmungen die wir sehen, sehen wir Umweltereignisse die auch ganz klar dem Klimawandel zuzusprechen sind Und Wasser ist da einfach ein ganz, ganz großes Thema.

00:01:18: Weil wir schon sehen, dass wir bereits heute Wasserstress haben und das betrifft vierzig Prozent der Weltbevölkerung laut den United Nations.

00:01:26: Das heißt, das Thema ist jetzt schon aktuell und gar kein Zukunftsthema mehr sondern Wir müssen uns heute um das Thema Wasser kümmern.

00:01:34: Ja zu Recht!

00:01:35: Und nehmen CO² wird Wasser das nächste große Thema sein, das uns beschäftigen wird die nächsten Jahre.

00:01:43: Sind das eher theoretische Modellrechnungen oder beschreibt es auch wirklich die tatsächliche Realität?

00:01:50: Wir sprechen hier über die tatsächliche Realität.

00:01:53: Es gibt Methodiken, die sind wissenschaftlich fundiert und auch wirklich schon seit Jahren in verschiedenen Initiativen-Expertenseitig belegt.

00:02:04: Da gibt es zum Beispiel das Water Footprint Network mit vielen Peer Review Studien, die ganz klar zeigen – es gibt eine Methodik um Wasserstress oder Wassermanagement und Wassereffizienz zu berechnen.

00:02:17: Da kann man nach Regionen gehen.

00:02:19: Es gibt Wasserkarten, Weltkarten wo man genau sehen kann wie der Wasserspiegel sich über die Jahre entwickelt oder auch entwickelt hat.

00:02:28: und ja Wasser muss man auch sagen ist wirklich neben CO² einfach eine Messgröße die man wissenschaftlich berechnen kann und wo man auch aktiv Initiativen und Maßnahmen im Unternehmen implementieren kann um dem entgegen zu wirken.

00:02:44: Ja, ich finde noch Wasserstress ist wirklich auch ein sehr starkes Wort und was es eigentlich ganz gut trifft.

00:02:48: Aber heißt das denn dass wir wirklich auch jeden Tag riesige Mengen Wasser konsumieren ohne das wirklich zu merken?

00:02:55: Ja total!

00:02:56: Also tatsächlich ne.

00:02:57: also es ist Wahnsinn was wir an Wasser verbrauchen und direkt trinken wir oder nehmen Wasser zu uns bewusst so um die 120 Liter, aber der Rest, den wir wirklich an Wasser verbrauchen und das machen fast 90 Prozent aus, stecken in den Produkten.

00:03:14: In den Lebensmitteln die wir konsumieren also Wasser dass wir nicht sehen so genanntes virtuelles Wasser

00:03:20: Wahnsinn!

00:03:21: Okay alles klar.

00:03:22: Aber was versteht man denn jetzt konkret unter virtuellem Wasser?

00:03:26: Ja also unter virtuellem Wasser versteht man das Wasser was man für die Herstellung der Produkte die ich eben genannt hat oder Lebensmittel braucht.

00:03:34: Ein paar Beispiele, um das mal ein bisschen plakativer zu machen.

00:03:37: Für eine Jeans beispielsweise braucht man fast 10000 Liter Wasser für eine Produktion einer Jeans Hose.

00:03:45: Bei Rindfleisch reden wir schon über knapp 16000 Liter pro Kilogramm produziertes Rindfleisch.

00:03:53: Bei Smartphones beispielsweise sind wir auch bei 910 Litern.

00:03:56: Das heißt also virtuell ist das was wir nicht sehen was aber im Produkt an Wasser real verbraucht wird.

00:04:03: Okay, verstanden.

00:04:05: Aber du sprichst dann auch von Wasser das tatsächlich ja gar nicht sichtbar ist?

00:04:10: Aber Wasser ist ja auch nicht gleich Wasser!

00:04:12: Also es gibt ja blaues, grünes und graues Wasser in Kategorien gedacht.

00:04:18: Was bedeuten denn diese drei Kategoren tatsächlich?

00:04:20: Ja wir haben eben über Methodiken gesprochen um Wasserverbräuche zu ermitteln und zu brechen und diese Kategorisierung soll im Prinzip mitgeben, um was für eine Art Wasser es sich handelt.

00:04:34: Bei blauem Wasser handelt es sich zum Beispiel aus Wasser, dass wir aus Grundwasser entnehmen oder aus Oberflächen gewässern wie Brunnen oder Flüsse und dieses Wasser steht in der direkten Konkurrenz zur Trinkwasserversorgung.

00:04:48: Bei grünem Wasser handelt es sich um Regenwasser, das durch Pflanzen aufgenommen wird.

00:04:53: Das ist ein bisschen weniger kritisch, würde ich jetzt mal sagen, da wir hier bei grün im Wasser nicht direkt in Wasserkreisläufe eingreifen.

00:05:02: Und dann gibt es das graue Wasser.

00:05:04: Das sind die Menge an Wasser, die wir benötigen, um z.B.

00:05:08: Schadstoffe auf Grenzwerte zu verdünnen weil wir haben natürlich auch gesetzlich festgelegt bestimmte Richtwerte zu Schadstoffen im Wasser.

00:05:17: Und das graue Wasser gibt genau das wieder, was wir brauchen um diese Schadstoffgrenzen zu erreichen.

00:05:23: Also es ist im Prinzip das Maß für die Wasserverschmutzung.

00:05:26: Ja okay also Wasser, was ich tatsächlich auch ja eigentlich so in meinem täglichen Doing gar nicht wirklich sehe.

00:05:32: Aber warum ist denn genau das eigentlich das Problem?

00:05:35: Diese Unsichtbarkeit des Wassers?

00:05:40: Ich sage jetzt mal ein Risiko für eine fehlende Steuerung.

00:05:43: Also was ich nicht messe und was sich nicht kenne, kann ich einfach nicht managen.

00:05:47: Das haben wir in ganz vielen Themen.

00:05:49: Da sehen wir auch bei CO² Und genau das haben wir halt eben auch bei Wasser.

00:05:54: Gerade wenn wir auch das ganze Thema Lieferkette vor Produktion betrachten, gibt es da große Risiken.

00:06:01: Je nachdem wo die Produkte oder Rohstoffe hergestellt werden produzieren wir vielleicht auch in Regionen wo wir eine große Wasserknappheit haben.

00:06:10: Aber wenn wir das nicht wissen können wir dem nicht entgegensteuern und dass ist eigentlich so

00:06:13: das größte Problem. Was heißt, wenn wir den Wasserverbrauch nicht messen dann sind wir als Unternehmen tatsächlich an einer Stelle, wo wir Entscheidungen treffen ohne wirklich die vollständigen Informationen zu haben.

00:06:27: Das ist eigentlich ziemlich vergleichbar mit einer Klimabilanz.

00:06:31: Da sprechen wir über Scope III-Emissionen – das sind Emissionen, die zum Beispiel in der Vorkette nachgelagerten Prozessen entstehen und das gleiche Thema haben wir eben auch bei Wasser hauptsächlich in der Vorkette Stellschrauben kenne, dann kann ich natürlich auch in Bezug auf Umweltschutz auf nachhaltigeres Wirtschaften Entscheidungen treffen die fundiert sind und eben auch einen Effekt haben.

00:06:54: Auf den positiven Effekt auf die Umwelt.

00:06:57: Total Bahar!

00:06:57: Auch wenn ich mir meinen eigenen Wasserverbrauch mal angucke, dann merke ich auch schon dass so der Großteil davon gar nicht im eigenen Betrieb erzeugt wird oder verbraucht wird.

00:07:08: Wie verteilt sich das denn typischerweise?

00:07:11: Ja, das stimmt Max.

00:07:12: Also es ist tatsächlich so dass 80 bis 90 Prozent des Water Footprints also des Wasserfußabdrucks in der Lieferkette liegen, also im sogenannten Scope III.

00:07:21: Was ich eben gesagt habe und ich hab ja auch schon mal das Thema T-Shirt als Beispiel gebracht oder Rindfleisch.

00:07:28: Bei einem T-shirt ist es tatsächlich so, dass fast siebzig Prozent im Baumwoll-Anbau entsteht.

00:07:37: Klar, Bewässerung der Felder

00:07:38: etc.,

00:07:38: das heißt eigentlich schon im ersten Schritt und das Gleiche sehen wir auch bei Rindfleisch wenn wir über Tierhaltung sprechen und davor sogar über den Futtermittelanbau.

00:07:47: Also das heißt der größte Fußabdruck liegt schon sehr weit vorne im Produktlebenszyklus.

00:07:53: Okay das heißt aber auch dass der größste Hebel genau dort liegt wo ich eigentlich am wenigsten Kontrolle habe oder?

00:07:59: Ja, es kommt darauf an wie aktiv du bist.

00:08:02: Natürlich wenn wir über Lieferkette Liferanten sprechen ist das immer einfach zu sagen, ja ist ja nicht mein Water Food Print sondern der meiner Supplier,

00:08:12: aber letztendlich wenn ich der Hersteller des Produktes bin zählt der Wasserfußabdruck auch für meinen Produkt.

00:08:18: Das heißt Ich muss Maßnahmen ergreifen und idealerweise mache ich das mit meinen Lieferanten zusammen.

00:08:26: Das heißt, dass man zusammenkommt vielleicht Lieferandenanforderungen definiert,

00:08:30: Einkaufsrichtlinien aufsetzt oder auch Zertifizierung nutzt.

00:08:35: Es gibt beispielsweise... verschiedene Initiativen wie im T-Shirt Bereich, wenn wir bei unserem Beispiel bleiben.

00:08:41: Wie die Better Cotton Initiative zum Beispiel?

00:08:44: Das sind Siegel, die man abfragen kann.

00:08:46: Es gibt Normen, wie

00:08:47: z.B.,

00:08:47: die ISO forty-tausend eins, die als Management System im Unternehmen etabliert werden können.

00:08:53: Also ich bin nicht ganz blind als Unternehmen und ich kann die Verantwortung auch nicht abdrücken.

00:08:58: Sehr gut!

00:08:58: Also hier auch das Thema Transparenz eigentlich.

00:09:01: Wie gehe ich denn als Unternehmen damit um, wenn dort keine Transparenz vorherrscht?

00:09:06: Ja, mein Lieblingsthema.

00:09:08: Daten.

00:09:10: Es geht immer um Daten, also klar hört sich das immer sehr trocken und schwierig an.

00:09:16: Ich gebe zu es ist nicht immer einfach die Datenbasis aufzubauen aber dass ist wirklich das A und O und ich weiß ich wiederhole es in jeder Folge aber es ist so wichtig man muss strukturierte Daten haben die man systematisch erhebt.

00:09:30: Das heißt guckt was habe ich eigentlich im Unternehmen an Daten?

00:09:35: Welche Lieferanten zählen?

00:09:36: Vielleicht auch meinen Top-Lieferanten für bestimmte Produkte, die einen sehr hohen Stellenwert im Unternehmen haben.

00:09:44: Um dann zu gucken gibt es da ein Realdaten, den ich abfragen kann?

00:09:48: Dafür muss sich in die Kommunikation mit meinen Lieferanten gehen!

00:09:51: Die kann ich abfragen.

00:09:53: Wenn ich aber eine schlechte Datenbasis habe, dann hat man auch keine Ausrede.

00:09:57: Da kann man auf generische Daten gehen.

00:09:59: Es gibt Durchschnittsdaten, Branchendaten die man nutzen kann.

00:10:03: Die sind immer besser als gar keine Daten

00:10:05: und ich sage auch immer wenn man einen Foodprint berechnet egal ob CO² oder Wasser ,dann soll man die Daten nutzen die man bekommen kann.

00:10:14: Das können auch im ersten Schritt Durchschnittsdaten sein und die müssen wir dann tatsächlich über die Jahre, es ist also ein Prozess, die Datenbasis qualitativ so gut zu gestalten,

00:10:25: dass wir immer mehr Primärdaten, also Real-Daten mit einbeziehen können und das ist auch ganz normal.

00:10:30: Das heißt diese 100 Prozent von vornherein alles direkt 100 Prozent wie wir ja oft 

00:10:36: auch ticken in unseren Breitengraden ist nicht immer möglich, ist aber auch in Ordnung.

00:10:41: Man muss einfach mal starten und einfach machen!

00:10:43: Ja, perfekt.

00:10:44: Aber ist das nicht im Grunde auch genau das gleiche Muster dass wir aus den Diskussionen um nachhaltige Lieferketten schon kennen?

00:10:50: Ja natürlich klar!

00:10:52: Das gleiche Thema haben wir wie habe ich jetzt schon mehrfach genannt ein Carbon Footprint.

00:10:57: Es ist immer die gleiche Herangehensweise und gleiche Methodik.

00:11:00: Deswegen ist es ja auch sehr sehr sinnvoll sich die ganzen Themen nicht alle einzeln anzugucken sondern auch hier systematisch Daten zu erheben vereinheitlichen und auch vielleicht zusammenzulegen, um da eine Datenbasis zu generieren im Unternehmen.

00:11:16: Die sich nicht nur auf bestimmte Themen wie nur Wasser oder nur CO-Zwei oder nur soziale Themen beziehen, sondern die wirklich das gesamte Bild abbilden.

00:11:29: Und wir haben eben auch, was jetzt regulatorisch angeht durch verschiedene Gesetzgebungen auf europäischer Ebene durchaus auch wirklich Berichtspflichten die auch auf Wasser beispielsweise gehen und eine Kommunikation so Transparenz des Wasserverbrauchs auch fordern.

00:11:47: Das heißt je eher ich starte hier bin ich wieder dabei ist es besser weil abwarten ist einfach keine Option.

00:11:55: Ja, hier auch dann ganz klar wieder wirklich unternehmerische Verantwortung sage ich mal.

00:11:59: Genau

00:12:00: Warum sollte sich denn ein Unternehmen heute wirklich strategisch mit dem Thema Wasser beschäftigen und nachhaltig auch hier auseinandersetzen?

00:12:08: Also mit Wasser sollte sich ein Unternehmen auf jeden Fall beschäftigen, weil es einfach sehr viele verschiedene Ebenen gibt wo Wasser auch eine Rolle spielt.

00:12:18: Wir sprechen über Lieferkette und Standorte für Produktionen,

00:12:21: da gibt es gewisse Risiken die man natürlich betrachten muss.

00:12:24: Je nachdem wo ich produziere habe vielleicht eine hohe Wasserknappheit was natürlich auch wieder ein Risiko darstellt für die Produktion Herstellung für Herstellungsprozesse.

00:12:36: Das Zweite ist das Thema Regulierung.

00:12:38: Ich bin in vielen, vielen Gesetzgebungen verpflichtet zu kommunizieren zu verschiedenen Themen und Wasser gehört dazu.

00:12:45: Und dann haben wir natürlich immer noch den Wettbewerb.

00:12:48: Also ich habe auch die Möglichkeit mich über solche Themen natürlich abzuheben,

00:12:53: vom Wettbetrieb eine Kulturgutes.

00:12:55: Rede auch darüber und zeige auch dass du es ernst meinst.

00:12:59: Das kann man natürlich auch gut in bestimmten ESG-Ratings dann auch zeigen, wenn es zum Beispiel darum geht Investitionen zu planen mit bestimmten Stakeholders zu reden.

00:13:10: Es ist immer gut das gesamte Bild zu zeigen und nicht immer nur einzelne Themen.

00:13:15: Bei Thema Geschäftsrisiken was genau meinst du damit?

00:13:19: Ja die kann ich... genau definieren.

00:13:20: Das sind zum Beispiel Produktionsstops, ja durch Wasserknappheit an Standorten.

00:13:26: Das sehen wir heute schon in Südeuropa beispielsweise, in Indien und Nordafrika,

00:13:31: das sind Gebiete wo diese Risiken wirklich ganz klar schon auf der Agenda stehen.

00:13:36: Dann wenn wir über Anbau und Anbaugebiete sprechen können wir durch Dürren beispielsweise, durch Wasserknappheit Rohstoffausfälle beobachten.

00:13:46: Das ist natürlich auch wieder sehr sehr geschäftskritisch wenn ich meine Rohstoffe nicht erhalte um meine Produktion aufrecht zu erhalten.

00:13:54: Und dann natürlich steigende Wasserpreise.

00:13:56: Ist wie bei Energie, wie bei anderen Themen alles was knapp ist wird teuer.

00:14:00: Das heißt ich merke es auch im Portemonnaie also steigenden Kosten vor allen Dingen in wasserarmen Regionen und dann haben wir zu guter Letzt natürlich auch Reputationsschäden,

00:14:09: also wenn nicht zum Beispiel Trinkwasser entnehme in Regionen, wo Wasser sowieso knapp ist.

00:14:16: Also Trinkwasser konkret für meine Produktion, dann füge ich der Umwelt und auch der Bevölkerung einen sehr großen Schaden zu.

00:14:24: Und da gibt es schon einige Unternehmen die hier wirklich sehr kritisch in den Medien waren und zum Teil auch wirklich zurecht.

00:14:33: Okay das heißt ja, es gibt aber wirklich konkrete Branchen, in denen Wasser ein echter Engpassfaktor ist?

00:14:38: Ja, durchaus.

00:14:39: Lebensmittelgetränke habe ich eben genannt Textil durch die Baumwolle, durch die Färbung das auswaschen.

00:14:45: Das sind sehr wasserintensive Prozesse.

00:14:49: Aber auch in der Chipproduktion beispielsweise.

00:14:52: Das weiß zum Beispiel keiner, ist super wasserintensiv.

00:14:55: Das heißt Wasser ist da auch durchaus ein Standortfaktor

00:14:59: und dann Pharma vielleicht als Branche zu nennen.

00:15:02: Da sprechen wir Bereinstwasser für Produktionen,

00:15:05: das heißt Wir haben hier auch noch sehr hohe Qualitätsanforderungen Was natürlich immer einen sehr hohen Wasserverbrauch mit sich bringt.

00:15:12: Und was kann ich noch nennen?

00:15:14: Beispielsweise Bergbau, Energie.

00:15:16: Wenn es um Kühlung geht.

00:15:18: Kühlungen werden beispielsweise auch sehr oft mit Wasser kreisläufen geschlossen.

00:15:23: Manchmal im Kreislauf manchmal nicht.

00:15:27: Okay wenn wir jetzt über eine Jeans oder Marinfleisch, da hattest du das Beispiel.

00:15:35: Wenn wir darüber sprechen, sind das denn die Kategorien mit dem größten Handlungsdruck?

00:15:40: Oder gibt es noch andere, die noch ein bisschen unter dem Radar fliegen vielleicht.

00:15:45: Ja, das ist natürlich die Topprodukte, die wir alle irgendwie konsumieren.

00:15:50: Also da ist wahrscheinlich ein bewusster Konsum gut und das sind die bekannten Spitzenreiter.

00:15:56: Aber zum Beispiel auch Kaffee.

00:15:58: Trinkst du Kaffees?

00:15:58: Ja gerne!

00:16:00: Ich auch.

00:16:01: Aber dazu musst Du wissen... Und pro Tasse ungefähr 140 Liter für den Kaffee an Wasserverbrauch damit reingehen.

00:16:09: Das heißt, du trinkst nicht nur den Kaffe, sondern auch indirekt 140 liter Wasser oder auch eine Kakaoproduktion also Schokolade.

00:16:17: Auch hier stecken sehr, sehr hohe Wasserverbräuche drin.

00:16:20: Nüsse, Nussanbauen oder auch die Avocado.

00:16:23: Wusstest Du das?

00:16:24: Ich wusste es nicht!

00:16:25: Ich esse sehr gerne Avocado, aber jetzt auch ein bisschen bewusster.

00:16:33: Wir sprechen ja hier bei dem Thema viel über Fußabdrücke.

00:16:38: Was ist denn der Water Footprint?

00:16:41: Der Water Footprint ist das Pendant zum Carbon Footprint, also eine standardisierte Methodik... um den Wasserfußabdruck zu berechnen.

00:16:50: Wir sprechen hier über eine standardisierte Kennzahl, wir haben eben darüber gesprochen, blaues grünes Krauswasser pro Produkt das man ermittelt über den kompletten Lebensweg,

00:17:00: d.h.,

00:17:00: alle Prozesse sind mit drin und das kann man entweder auf Produktebene machen oder auf Unternehmensebene.

00:17:07: Der Water Footprint wurde entwickelt vom Water Footprint Network, also seine Initiative die es wirklich schon sehr lange gibt und die ist auch sehr etabliert.

00:17:15: Die ja wirklich den Grundstein gelegt hat um genau den Wasserfußabdruck für Produkte oder eben auch für Unternehmen dann mit zu betrachten.

00:17:23: Wichtig ist hier auch immer die Lieferkette mit reinzunehmen weil sonst ist das Bild einfach nicht rund.

00:17:28: Und es geht halt wirklich nicht nur um das Volumen sondern auch den Ort Art der Wasserentnahme.

00:17:37: Also wir können nicht nur übermengen, sondern eben auch wo kommt das Wasser her und was für ein Impact hat es in dieser Region?

00:17:45: Was bringt mir denn diese Cancer jetzt konkret als Unternehmen also auch jenseits von Reporting?

00:17:50: Ja, es ist einfach ein ganz klare Steuerungsinstrument.

00:17:53: Also du hast wirklich eine Berechnung die dir ganz klar aufweist wo du die Stellhebel hast, wo du Maßnahmen anlegen kannst um den Wasserverbrauch zu reduzieren so genannte Hotspots identifizierst und so kannst du auch wirklich Maßnahmen priorisieren weil du ganz genau sehen kannst wenn wir beim Produkt bleiben über den gesamten Lebenszyklus Wo entsteht denn eigentlich mein Wasser?

00:18:16: Es ist wirklich am Anfang.

00:18:18: Ist es im Unternehmen bei der Produktion oder vielleicht auch beim Verbrauch, je nachdem um was für ein Produkt es sich handelt.

00:18:25: Das heißt du kannst wirklich fundierte Entscheidungen treffen.

00:18:28: Du kannst aber auch Einkaufsentscheidungen treffen wenn's zum Beispiel darum geht Lieferanten auszuwählen und Rohstoffe beispielsweise nach dem Wasserrisiko zu bewerten dass du sagst okay ich möchte vielleicht ein paar Rohstoffen wie Baumwolle aus einer anderen Region beziehen wusste vorher aber eigentlich nicht das mein Lieferant einen sehr hohen Wasserverbrauch hat.

00:18:48: Dann kannst du natürlich auch das ganze Thema für das Produktdesign nutzen.

00:18:53: Also kann es wasserarme Alternativen entwickeln, wenn es darum geht Materialien auszuwählen, Prozesse zu optimieren und gleichzeitig dadurch wirklich effiziente Prozese auch direkt Geld zu sparen, Kostenreduktionen zu erzielen so dass du eigentlich einen Doppel-Effekt hast den Umweltschutz aber gleichzeitig auch es schaffst deine Kosten in eine positive Richtung zu längen.

00:19:18: Aber mein Konkret heißt das denn auch wirklich, dass jeder Liter Wasser gleich kritisch ist?

00:19:23: oder kommt es dann auch hier konkret auf den Ort an?

00:19:26: Also die zentrale Antwort ist nein.

00:19:28: Wir müssen wirklich gucken... über welche Region sprechen wir.

00:19:32: Wenn wir zum Beispiel bei Island sprechen, sind tausend Liter vielleicht nicht so relevant wie tausende Liter aus Jordanien was durchaus existenziell sein kann.

00:19:39: klar ist auch logisch es eine andere Klimaregion das sind andere Temperaturen über die wir hier sprechen und auch unterschiedliche Wasservorräte und da spielt wirklich eine große Rolle beim Wasser bezogenen Risiko.

00:19:53: Wasserknappheit und die lokale Abhängigkeit Und auch dass regulatorische Umfeld spielen hier noch totale Rolle.

00:19:59: Das heißt also, es reicht nicht alleine zu wissen wie viel Wasser ich verwende.

00:20:04: Also das Volumen an Wasser sondern ist total wichtig auch den geografischen Kontext unbedingt und zwingend einzubeziehen.

00:20:12: Bahar nochmal aus der unternehmerischen Warte wenn ein Unternehmen sagt wir verbrauchen gar nicht so viel Wasser kann man das so pauschal glauben?

00:20:21: Nein, also wenn es wirklich belegbar ist und das Unternehmen einen Fußabdruck berechnet hat, ein Wasserfußabdruck und sagen kann wir verbrauchen nicht viel Wasser und können das belegen.

00:20:32: Dann kann man das auf jeden Fall glauben.

00:20:34: Wenn diese Aussage auf Annahmen beruht dann bleibe ich bei "Jein" - kann sein muss aber nicht stimmen.

00:20:41: Ich möchte aber auch an der Stelle nochmal auf das ganze Thema Lieferkette eingehen.

00:20:46: Nur die Standortverbräuche ermitteln kann es durchaus sein, dass sie gering sind.

00:20:51: Dann kann so eine Aussage auch wieder richtig sein.

00:20:54: Auf der anderen Seite ist es aber trotzdem möglich das durch Vorproduktion oder nachgelagerte Prozesse der Wasserverbrauch doch höher ist als man vielleicht glaubt.

00:21:04: Um das mal zusammenzufassen Eine ehrliche Antwort erfordert eine vollständige Lieferkettenanalyse.

00:21:11: Okay also auch hier dann wirklich ganz klar: Ich brauche ein ernsthaftes und Nachhaltiges Wassermenagement.

00:21:18: Mit der ISO 46001, gibt es hier einen Standard für Wassermanagement?

00:21:23: Was genau steckt denn dahinter?

00:21:25: Die ISO 46001 nennen sich Water Efficiency Management Systems und das Ziel ist tatsächlich... eine systematische Verbesserung der Wassereffizienz in Organisationen zu ermöglichen.

00:21:40: Und wenn wir über die Inhalte sprechen, dieser ISO-Norm, dann sprechen wir über Kernelemente wie Wasserpolitik, wie Planungen den Betrieb, die Bewertung und ganz wichtig, die kontinuierliche Verbesserungen.

00:21:52: Das heißt ich muss wirklich Kennzahlen erheben, das können wir eben mit dem... Wasserfußabdruck sehr gut.

00:22:00: Und ich muss auch Ziele definieren, um Wasser zu verbrauchen und wirklich wassereffizienter zu werden, den Wasserverbrauch zu senken – und die muss sich auch kontinuierlich

00:22:10: nachverfolgen.

00:22:12: Okay, und was verändert sich denn konkret in einem Unternehmen wenn so ein System eingeführt wird?

00:22:17: Man hat immer einen Mehrwert, wenn man ein Management-System einführt.

00:22:22: Das erste ist natürlich die Datenbasis,

00:22:24: du brauchst Daten und musst Zielwerte definieren.

00:22:27: Du musst deine Wasserverbräuche erfassen damit du eine Baseline hast wo dann auch deine Maßnahmen drauf setzen kannst um dann tatsächlich zu gucken wie verbessere ich mich eigentlich über die Zeit?

00:22:39: das heißt du kannst es viel strukturierter systematischer angehen.

00:22:43: Es ist messbar du hast konkrete Zahlen und das Schöne ist an Managementsystem auch, dass du Verantwortlichkeiten definierst.

00:22:51: Das heißt, du hast im Unternehmen bestimmte Bereiche, Personen, Verantwortliche die auch dafür wirklich verantwortlich sind das zu tracken die Maßnahmen umzusetzen.

00:23:04: Du kannst mit der Sensibilisierung für dieses Thema durchaus auch eine Veränderung in der Unternehmenskultur wahrnehmen, dass man auch sieht okay Wasser ist wichtig.

00:23:15: Wasser ist unsichtbar.

00:23:16: Ich konsumiere viel Wasser und mein Unternehmen kann diese Ressource gesteuert wirklich reduzieren,

00:23:24: also das wir wirklich Wasser als eine Ressource sehen, die wir vielleicht noch nicht so auf dem Schirm haben wie wir es haben sollten.

00:23:33: Ja

00:23:34: bin ich total bei dir!

00:23:35: Also ISO-14001, ISO-50001... Viele Unternehmen sind ja schon gut unterwegs auch.

00:23:43: Wie passt denn jetzt noch die ISO-46001 dazu?

00:23:47: Ist das jetzt noch ein neues

00:23:48: Silo?!

00:23:49: Nein, das gute an Management-System ist ja auch die ISO-46001 das sogenannte HLS nutzt.

00:23:56: Also High Level Structure wie eigentlich alle modernen Isomanagementsystem und Standards.

00:24:03: Das heißt, man hat immer dieselbe Kapitelstruktur.

00:24:06: Immer die gleichen Kernbegriffe und es ist wirklich direkt integrierbar in bestimmte Systeme, EMS-Systeme.

00:24:13: Das heißt ich habe zwar ein neues Managementsystem, wenn ich aber schon andere Managementsysteme etabliert habe dann ist es ein leichtes, die ISO 46000 auch noch mit dazu zu nehmen.

00:24:26: Das heißt man muss nicht eigentlich komplett ein neues System aufbauen.

00:24:30: Man muss sein System im Prinzip erweitern, das heißt man hat dann natürlich auch einen gewissen Effizienzvorteil weil du gleichzeitig auch Themen wie Energie, Umwelt, Wasser direkt mit abdecken kannst.

00:24:42: Gut wenn man jetzt zuhört und wirklich ehrlich sagt okay wir haben da vielleicht vermutlich allen blinden Fleck wo fängt man sinnvollerweise jetzt an?

00:24:53: Also das Gute ist ja, wenn man schon mal erkennt dass man möglicherweise einen blinden Fleck hat.

00:24:59: Dann fängt man tatsächlich an,

00:25:01: Schritt eins Wasserverbrauch am eigenen Standort erfassen einfach schnell das ist die Baseline.

00:25:07: Schritt zwei wäre dann wirklich in die Lieferkette zu gehen und dort die Hotspots zu analysieren und so identifizieren.

00:25:14: Das heißt Fragen zu beantworten wie zum Beispiel wo steckt das meiste Wasser?

00:25:19: Wo habe ich den größten Hebeln?

00:25:21: Schritt drei wäre dann eine Risikobewertung mit verschiedenen Geografietools beispielsweise.

00:25:27: Da gibt es zum Beispiel vom WWF den Water Risk Filter oder vom WRI das Aqueduct, da kann man relativ gut sehen welche Regionen Wasserknappheit aufweisen.

00:25:39: Schritt vier Ziele setzen:

00:25:41: ohne Ziele bringt das ganze nichts.

00:25:44: wenn du mich fragst auch wenn die Datenbasis lückenhaft ist, die kann man mit der Zeit wirklich qualitativ sehr verbessern.

00:25:53: Ein

00:25:53: Lieblingsthema wieder?

00:25:54: Ja, mein Lieblingthema!

00:25:56: Und ganz wichtig nicht erst starten wenn man schon perfekt ist und hundert Prozent hat.

00:26:01: also einfach mit den Daten starten die man bekommen kann um einfach mal genau diesen blinden Fleck erstmal ja nicht mehr ganz so blind zu machen sondern ein bisschen Helligkeit mit reinzubringen.

00:26:14: Okay da hat es jetzt ein paar Punkte oder Themen angesprochen.

00:26:18: Hilf mir nochmal, ist das jetzt eher ein Datenthema?

00:26:21: Ein Organisationsthema oder am Ende wirklich eine Frage der Haltung.

00:26:25: Ja, alles drei würde ich sagen.

00:26:27: Aber eher so in dieser Reihenfolge erst die Haltung also Wasser als wirklich strategisches Thema anzunehmen, dann die Organisation mit allen Verantwortlichkeiten und dann natürlich die Daten.

00:26:39: Und die häufigsten Fehler sind wirklich einfach mit Daten anzufangen ohne auch wirklich das Commitment der Führungsebene mit einzuholen.

00:26:46: Das ist immer immer wichtig alles mit der Management Ebene und dem Management Level zu spiegeln weil es einfach ein sehr strategisches Thema ist auf Grundlage der Daten

00:26:56: auch strategische Maßnahmen, die natürlich durch das Management freigegeben werden müssen umgesetzt werden.

00:27:03: Also ganz klar wir müssen hier wirklich ins Doing kommen.

00:27:06: Wie vermeidet man denn dass das Ganze zu einem ich sage mal rein Reporting Projekt wird?

00:27:12: Ja ich würde mal sagen Kommunikation im Unternehmen ist alles.

00:27:16: Also wenn jetzt wirklich nur die Nachhaltigkeitsabteilung davon weiß und am besten Fall noch das Management dann ist es ein Reporting-Projekt.

00:27:25: Wenn du es aber schaffst, wirklich klare operative Ziele zu definieren und da auch Verantwortlichkeitsstrukturen dahinterzusetzen – das heißt auch Kollegen aus anderen Bereichen wie Produktionen, Einkaufslogistik etc.

00:27:37: mit einzubauen -, dann schaffest du es, das Ganze im Unternehmen zu verankern und alle mitzunehmen?

00:27:45: Das heißt Abteilungen einbinden, die wirklich Wasser verbrauchen.

00:27:49: Interne Reviews immer wieder durchzuführen alle mitzunehmen auf die Reise bei den Energie- und Wassereffizienzprogrammen das ist wirklich das A und O.

00:27:59: Bahar aus deiner Sicht was ist das eine Ding dass Unternehmen morgen früh anders machen sollten?

00:28:06: Also als Allererstes sollte sich ein Unternehmen den Wasser verbrauchen der Lieferkette angucken.

00:28:12: Ich sehe aus der Erfahrung, dass der größte Hebel und der größten Impact hauptsächlich aus der Rohstoffproduktion kommt.

00:28:21: Das heißt wirklich, sich mit Lieferanten zusammenzusetzen und das Wasser auf die Agenda zu setzen – auf die Nachhaltigkeitsagenda!

00:28:27: Das wäre der allererste Schritt.

00:28:29: Okay, heißt aber auch da ist wirklich Potenzial, dass das Thema Wasser langfristig auch Geschäftsmodelle verändert?

00:28:36: Ja absolut, also das Produktdesign wird auf jeden Fall viel wassersensibler.

00:28:42: Wenn wir über Materialien sprechen können das innovative Materialien sein.

00:28:47: Die Herkunft aber natürlich auch Prozesse spielen hier eine sehr große Rolle.

00:28:52: Wenn wir über neue Geschäftsmodelle reden dann ist natürlich alles was mit Wassereffizienstechnologie zu tun hat Oder Kreislauf, Wassernutzung oder eine wasserarme Produktion die vielleicht auch neu innovativ hochmodern automatisiert sein kann.

00:29:08: Etwas das ich durchaus sehe in naher Zukunft.

00:29:11: Also auch hier Pioniergeist ist gefordert?

00:29:13: Ja absolut!

00:29:15: Was ich mir aber auch vorstellen kann ist dass sich das Portfolio teilweise verschieben kann also dass vielleicht Produkte sich durch eben diese neuen Geschäftsmodelle durch neue Materialien und Innovationen mehr zu einer weniger wasserintensiven Produkt mausert und entwickelt, was andere Produkte wieder vielleicht attraktiver macht für den Markt.

00:29:37: Also meiner Meinung nach ist die ganze Nachhaltigkeits-Transformation natürlich getrieben von ganz bestimmten Themen wie Treibhausgase oder Wasser.

00:29:47: Und wenn wir heute es tatsächlich schaffen auf einer wirklich sehr fundierten Kennzahlen Ebene diese Transformation anzugehen und zu steuern, messen und uns wirklich weiterzuentwickeln.

00:29:59: Dann sind wir auch marktfähig in den nächsten Jahren.

00:30:02: Also ich nehme aus unserem Gespräch heute vor allem drei Dinge mit.

00:30:06: Erstens der größte Teil unseres Wasserverbrauchs ist unsichtbar und liegt nicht im eigenen Unternehmen sondern in der gesamten Lieferkette.

00:30:16: Zweitens Wasser ist längst kein reines Umweltthema mehr, sondern ein echter Risikofaktor für Geschäftsmodelle und globale Wertschöpfung.

00:30:26: Und drittens – wer sein Water footprint nicht kennt kann auch nicht steuern und damit auch nicht wirklich zukunftsfähig wirtschaften!

00:30:34: Vielen Dank Bahar für deine Einordnungen und die klaren Perspektiven von dir.

00:30:40: Auch an euch da draußen wenn ihr euch fragt wo in eurem Geschäfts-Modell eigentlich Wasser steckt Dann seid ihr genau auf dem richtigen Punkt, an dem Transformation beginnt.

00:30:51: Danke fürs Zuhören!

00:30:53: Wenn ihr künftig besser verstehen wollt wie ihr Nachhaltigkeit noch bessern eure unternehmerische Praxis integrieren könnt dann abonniert BusinessShift.

00:31:03: Wir bringen euch die wichtigsten Perspektiven rund um nachhaltige Unternehmensführungen Innovation und Transformation Ressourcen effizient direkt in euren Gehörgang.

00:31:16: Weiter für eine Infos zu der heutigen Folge gibt es wie immer in unseren Show-Notes.

00:31:21: Ich bin Max Birkenmeier und sage, die Zukunft wartet nicht!

00:31:25: Also lasst uns anfangen sie aktiv zu gestalten.

00:31:28: Bis zum nächsten Mal

00:31:30: euer Business

00:31:32: Shift.

00:31:35: Der Podcast für Entscheidende und Führungskräfte, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit nachhaltig

00:31:40: beschäftigen wollen bleibt neugierig.

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